Titelthema
Wirtschaft macht mobil
Von der Schraube bis zur Software, vom Kleiderbügel bis zum Panzerglas — die Chancen, mit der Bundeswehr ins Geschäft zu kommen, stehen besser denn je. Das von der Bundesregierung ausgelobte Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Truppe steht sinnbildlich für den großen Bedarf. Aufträge bis zu einer Million Euro sollen künftig auch bei den Bundeswehr-Standorten vor Ortohne kompliziertes Ausschreibungsverfahrenan qualifizierte Unternehmen vergeben werden können. Kurzum: ein Markt, den ostwestfälische Unternehmen nutzen können, um Absatzmärkte zu erweitern und um resilienter zu werden.
Die Bundeswehr — nie hat sie mehr im Fokus gestanden als aktuell. In einer Zeit, in der — ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine — die Sicherheit in Europa zum zentralen Thema wird. Mit Jürgen Behlke, Geschäftsführer bei der IHK Ostwestfalen, hat die Wirtschaftsorganisation einen ausgewiesenen Experten in den eigenen Reihen. Der Oberstleutnant der Reserve hält fest: „Sicherheit ist längst keine reine Aufgabe von Politik und Militär mehr. In Zeiten geopolitischer Spannungen, disruptiver Krisen und hybrider Bedrohungen rückt die Wirtschaft in eine Schlüsselrolle: als Garant für Versorgung, Infrastruktur — und zunehmend auch als Partner bei Innovation, Forschung und Rüstung.“ Deutschland müsse seine Wehr- und Verteidigungsfähigkeit neu denken. Das betreffe nicht nur die Bundeswehr, sondern auch das Zusammenspiel mit Staat, Gesellschaft — und der Wirtschaft.
WANDEL BIETET CHANCEN
Für Ostwestfalen bietet dieser Wandel Chancen: Die regionale Wirtschaft ist leistungsfähig, innovationsstark und exportorientiert — und sie kann in einer engeren Partnerschaft mit der Bundeswehr sowie den großen Systemhäusern der Rüstungsindustrie zusätzliche Absatzfelder erschließen. „Bundeswehr-Wirtschaft“ — so lautete daher der Titel einer IHK-Veranstaltung, die Jürgen Behlke, IHK-Zweigstellenleiter in Paderborn und Höxter, organisierte. Im Fokus standen die Chancen, die Bundeswehr als neuen Kunden zu gewinnen. Zu den Gästen zählte Götz Witzel von der Military Business-Beratungsagentur WIMCOM GmbH aus Höhr-Grenzhausen. Seine Empfehlung: „Stellen Sie sich dem Wettbewerb, partizipieren Sie vom mit 500 Milliarden Euro ausgelobten Sondervermögen der Bundesregierung und nutzen Sie Ihre Chancen. Von Rasenmähern bis zu Satelliten, von Frikadellen bis zu Kleiderbügeln — die Bundeswehr benötigt alles.“ Dabei gab Witzel Einblicke in konkrete Bedarfe und zeigte Kooperationsmöglichkeiten auf, etwa über die bereits bestehenden rund 1.000 Systempartner der Bundeswehr.
ZAHLREICHE ABSATZMÖGLICHKEITEN
Die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr hängt entscheidend von funktionierenden Versorgungsketten ab. Im Krisenfall wird Deutschland zur logistischen Drehscheibe für NATO-Operationen. Dabei sind bereits heute ostwestfälische Unternehmen wichtige Partner: Logistiker, Lebensmittelhersteller, Handwerksbetriebe oder spezialisierte Zulieferer sichern, dass Truppen bewegt, verpflegt und untergebracht werden können. Die Anforderungen steigen: Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Verlässlichkeit sind unverzichtbar. Neben klassischen Gütern werden auch IT-Dienstleistungen, Notfall-Infrastrukturen oder digitale Plattformen benötigt. Für Unternehmen der Region ergibt sich daraus ein breites Feld an Absatzmöglichkeiten — vom Spezialtransport über Notstromversorgung bis hin zu hochsicheren Softwarelösungen.
FIRMENPHILOSOPHIE ÜBERPRÜFEN
Die IHK-Veranstaltung zeigte Beschaffungsprozesse der Bundeswehr und der großen Rüstungsfirmen auf. Auch ging es darum, eigene Liefer-potenziale zu identifizieren und die eigene Firmenphilosophie mit der Rolle als Wehrtechniklieferant zu überprüfen. Sich als Partner der Bundeswehr zu positionieren und so zur Sicherheit Deutschlands beizutragen — für Rüdiger Skrzipietz von der GuS glass + safety GmbH & Co. KG aus Lübbecke ist das kein Neuland. Bereits seit 48 Jahren produziert das Unternehmen Winkelspiegel und Panzerglas für die Bundeswehr. Skrzipietz erklärt, wie die Zusammenarbeit mit den deutschen Streitkräften funktioniert: „Zunächst sollte man einen langen Atem haben. Es nimmt viel Zeit in Anspruch, um als Lieferant registriert zu werden“. Mitbringen sollten Unternehmen die passenden Voraussetzungen wie das notwendige Marktverständnis, die passende Organisationsstruktur, die richtigen Produkte und Services, den Marktzugang sowie ein gut funktionierendes Netzwerk. Skrzipietz wies darauf hin, dass es eher um eine langfristige, strategische Partnerschaft gehe, nicht um einen einmaligen Geschäftsabschluss: „Hinter den Ausschreibungen steckt oft zeitraubende Bürokratie. Auch muss man sicherstellen können, lange Produktzyklen beliefern zu können.“Auch die Fischer Panda GmbH aus Paderborn, Hersteller von Stromgeneratoren, beliefert die Bundeswehr. Andreas Buthe weiß: „Die Produktionsvorgaben und sonstige Anforderungen der Bundeswehr müssen exakt eingehalten werden. Wenn man das schafft, dann ergeben sich viele Vorteile als Lieferant: Die Abnahmen sind garantiert und das Zahlungsziel vergleichsweise kurz.“
DROHNENABWEHR ALS HERAUSFORDERUNG
Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine spielen bewaffnete Drohnen in militärischen Konflikten eine verheerende Rolle. Und auch sonst verbreiten sie Unsicherheit, wie die jüngsten Drohnensichtungen über Militär-Flughäfen in Dänemark, über kritischer Infrastruktur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern oder dem Flughafen München zeigen. Die Sicherheitsbehörden gehen von Spionage-Flügen aus, die NATO ist alarmiert.
Umso wichtiger werden Abwehrstrategien gegen den unbefugten oder missbräuchlichen Einsatz von Drohnen. Welche dies sein könnten, hat ein aktueller Workshop mit knapp 50 Teilnehmenden bei der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) am Standort in Lichtenau, Kreis Paderborn, gezeigt. Eingeladen hatten dazu auch InnoZent OWL e. V. und die insensiv GmbH. „Das Thema Drohnen begleitet uns seit vielen Jahren“, erklärt Dr. Roger Schäfer, Standortleiter der IABG in Lichtenau. Bereits 2015 hat das Unternehmen ein eigenes Testfeld für diese Art von Fluggeräten eingerichtet. Hier werden — gemeinsam mit Industriepartnern, Hochschulen und Start-ups — neue Technologien erprobt und bewertet. Die IABG mit Hauptsitz in Ottobrunn bei München zählt nach Unternehmensangaben zu den führenden Hightech-Dienstleistern in Europa. Das Unternehmen beschäftigt an neun Standorten rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 235 Millionen Euro. „Anfangs lag der Fokus beim Thema Drohnen auf der Absicherung von Großveranstaltungen.“ Heute umfasst das Aufgabenspektrum Studien für die Bundeswehr und Industrie, Untersuchungen zur elektronischen Störwirkung, so genanntes Jamming, Tests und Simulationen, die Absicherung von Liegenschaften sowie Fragestellungen zur Zulassung unbemannter Systeme. „Drohnen und Drohnenabwehr sind ein hochsensibles Feld“, betont Schäfer. Besonders durch neue Anbieter, vor allem aus dem Start-up-Bereich, sei der Markt derzeit in Bewegung. Schnelle Innovationszyklen und technologischer Fortschritt erforderten eine flexible Beschaffung und unabhängige Expertise. „Gerade unter diesen Rahmenbedingungen gewinnt unsere Rolle als produktneutraler Dienstleister an Relevanz“, so Schäfer weiter. „Wir unterstützen bei der Beschaffung und begleiten die Entwicklung eines Marktes, der international weiter an Bedeutung gewinnt.“
NEUEN WACHSTUMSMARKT ERSCHLIESSEN
Ein Beispiel, wie ein etabliertes Unternehmen sich das Themenfeld „Drohne“ erschließt und sich für diesen Wachstumsmarkt „Defence“ öffnet, liefert die in Bielefeld ansässige insensiv GmbH mit ihrer neuen Tochtergesellschaft insensiv develop. „Das Kerngeschäft von insensiv ist Rücknahmetechnik, insbesondere die Produktion von Erkennungseinheiten zur Verifizierung von Pfandgebinden an Leergutrücknahme-Automaten im Supermarkt“, erklärt Geschäftsführer und Inhaber Christian Gieselmann. Zusätzlich habe insensiv mit seinen rund 90 Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren auch ein Vogel-Erkennungssystem für Windkraftanlagen entwickelt und an den Markt gebracht. „Da sich insensiv in den letzten Jahrzehnten technologische Exzellenz in der Bildverarbeitung, Kameratechnik und Steuerungstechnik aufgebaut hat, wird die neugegründete 100-prozentige Tochtergesellschaft ‚insensiv develop‘ diese Kompetenz als Venture Builder nutzen, um innovative Technologien systematisch zu marktreifen Produkten und eigenständigen Geschäftseinheiten weiterzuentwickeln“, erklärt Alena Kuhlmeier, Leiterin Strategie und Organisation bei insensiv develop, die Zielsetzung. „Und das Thema Drohnen und Drohnenabwehr ist ein Themenschwerpunkt der insensiv develop, da Christian Gieselmann mit seinem Team in den letzten Jahren bereits verschiedene Konzepte entwickelt hat, die in diesem Anwendungsbereich von Nutzen sein können.“So präsentierte Gieselmann bei der Veranstaltung ein breites Spektrum an Ansätzen von der Entdeckung von gegnerischen Drohnen, über den autonomen Betrieb von Abwehrdrohnen mittels einer Plattform, bei der auch der Starkwindschutz berücksichtig werde, bis hin zu einem Ansatz für ein waffenscheinfreies Wirkmittel gegen Drohnen, dem sogenannten „String Shot Launcher“, der auch live vorgeführt wurde. Hierbei werde mit einem Paint-Ball-Markierer ein Geschoss auf die Drohne gerichtet, dessen zwei Halbschalen sich im Flug öffnen, sodass sich die dazwischen befindliche Schnur um die Rotoren der Drohne wickelt und diese dadurch zum Absturz bringt. Zum Thema Drohnen-Detektion wurde Kameratechnik vorgestellt, die für das insensiv-Produkt „bird.ification“ genutzt werde. Dieses sogenannte Anti-Kollisions-System erkenne Vögel im Anflug auf Windkraftanlagen und schaltet dann die Turbinen ab. Die Kameratechnik ließe sich auch für die Drohnenerkennung einsetzen. Die Präsentation habe gezeigt, wie vielfältig die Anforderung und die Lösungsansätze seien und warum es deshalb wichtig sei, weitere Unternehmen mit ins Boot zu holen. „Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, in einem ganzheitlichen, integrativen Lösungsansatz mit verschiedenen Modulen zu denken“, so Kuhlmeier. „Unser Ziel war es, in den Austausch zum Thema Defence und Dual Use zu kommen und Feedback zu unseren Lösungsansätzen zu erhalten. Durch die weiteren Kontakte im Netzwerk erhoffen wir uns mittelfristig Partner zu identifizieren, mit denen wir Produktideen in diesem Bereich gemeinschaftlich zu marktfähigen Produkten weiter entwickeln können“, zieht Gieselmann zufrieden Fazit.
DEFENSE & DUAL USE-NETZWERK ETABLIEREN
InnoZent-Projektleiter Lukas Dalhoff unterstreicht, dass es Ziel sei, in der Region ein Netzwerk zu „Defense & Dual Use“ voranzutreiben. Seit circa einem Jahr führe er dazu Gespräche mit Politik, Verwaltung, und Industrie. Die Vorbereitungszeit für den Workshop habe gut sechs Wochen betragen. Einige Unternehmen in der Region seien bereits in dem Bereich tätig, etliche scheuten sich, damit an die Öffentlichkeit zu treten. Das neue Netzwerk soll deshalb als Plattform für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, politische Akteure und Anwender dienen, die bereits im Bereich Verteidigung und Zivilschutz tätig seien oder künftig Dual-Use-Innovationen entwickeln und zur Stärkung der europäischen Sicherheits- und Technologiefähigkeit beitragen möchten. „Initiativen wie das deutsche Sondervermögen I und II für die Bundeswehr sowie die europäische Initiative ‚ReArm Europe‘ verdeutlichen den wachsenden Bedarf an innovativen, eigenständigen Technologien im Bereich Verteidigung, Zivilschutz und Dual Use“, so Dalhoff.
SYSTEME VERZAHNEN
Es habe ein Umdenken eingesetzt, betont Behlke: „Die jahrzehntelange Reduzierung militärischerInfrastruktur ist gestoppt.
Heute stehen Modernisierung und Ausbau im Vordergrund. Für die verbliebenen Kasernen undStandorte bedeutet das erhebliche Investitionen in Energieversorgung, Unterkünfte, Ausbildungsstätten oder Sicherheitstechnik.“ Das eröffne der regionalen Wirtschaft vielfältige Perspektiven —so profitieren Bauwirtschaft und Handwerk von Sanierung und Neubau, die Energie- und Umwelttechnik liefert Lösungen für Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit, Digitale Unternehmen können Smart-Building-Technologien oder Sicherheitslösungen beisteuern und auch im Bereich Personal und Qualifikationen gebe es Schnittstellen.
Der Oberstleutnant: „Die Diskussion um Wehrpflicht oder alternative Dienstmodelle lenkt den Blick auf Fachkräfte. Bundeswehr und Wirtschaft stehen hier vor ähnlichen Herausforderungen.Ein kluges Verzahnen der Systeme kann beiden Seiten nutzen: Anerkennung militärisch erworbener Qualifikationen, flexible Modelle für Reservistinnen und Reservisten oder gemeinsame Ausbildungsinitiativen.
Für Unternehmen eröffnet das Chancen, frühzeitig Kontakt zu jungen Menschen aufzubauen, die zunächst zur Bundeswehr gehen — und später mit wertvollen Kompetenzen in die Wirtschaft wechseln.“ Dazu passt der Appell von Bundeskanzler Friedrich Merz, als er im Juni, am Tag der deutschen Industrie, sagte: „Geld ist nicht das entscheidende Problem, das wir bei der Bundeswehr in den nächsten Jahren haben. Das entscheidende Problem ist qualifiziertes Personal.“ Und schob hinterher: „Meine Damen und Herren, das sind auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Ihren Unternehmen. Und Sie sollten bereit sein, diesen die Gelegenheit zu geben, hin und wieder mit den Streitkräften zu üben — um uns gemeinsam verteidigungsfähig zu machen.“ Ein Satz, der nachhallt, genau wie dieser: „Wir leben nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden.“
AUF ZULIEFERER ANGEWIESEN
Wenn über die „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands diskutiert wird, rücken unweigerlich die großen Rüstungsunternehmen in den Mittelpunkt: Rheinmetall, Diehl, Krauss-Maffei Wegmann oder Hensoldt. Milliardenaufträge aus dem Sondervermögen der Bundeswehr befeuern aktuell dieBranche. Doch die großen Player sind auf ein dichtes Netz von Zulieferern angewiesen — und genau hier liegen die Chancen für mittelständische Unternehmen aus Ostwestfalen. Ob hochpräzise Metall- und Kunststoffverarbeitung, Elektronikkomponenten, Softwarelösungen oder Spezialwerkstoffe: Viele Betriebe der Region verfügen über Kompetenzen, die sich direkt in die Wertschöpfungsketten der Rüstungsindustrie einbringen lassen. Als Beispiele für Absatzpotenziale identifiziert Jürgen Behlke beispielsweise Mechanische Präzisionsteile für Panzerfahrzeuge oder Artilleriesysteme, Sensorik und Elektronik für Drohnen oder Kommunikationssysteme, Werkstoff- und Oberflächentechnik für ballistische Schutzlösungen sowie Logistik- und Verpackungssysteme für militärische Lieferketten. „Wer sich frühzeitig als Zulieferer zertifizieren lässt und Partnerschaften mit Systemhäusern aufbaut, kann sich langfristig stabile Aufträge sichern — auch über den Verteidigungsbereich hinaus“, betont der Militärexperte.
Wehrfähigkeit sei nicht nur eine Frage von Waffensystemen. Ebenso entscheidend sei die Fähigkeit, im Krisen- oder Verteidigungsfall Leistungen zuverlässig zu erbringen. Mittelständler in Ostwestfalen haben ihre Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen — ob in der Pandemie, Energiekrise oder bei Cyberangriffen. Resilienz wird damit zum zentralen Wettbewerbs- und Sicherheitsfaktor. „Unternehmen, die stabil bleiben, wenn andere wanken, sichern ihre eigene Zukunft — und tragen zur Sicherheit des Standorts Deutschland bei“, blickt Behlke voraus.
KI-GESTÜTZTER RESILIENZ-TEST
Um Unternehmen konkret zu unterstützen, bietet die IHK Ostwestfalen ab Ende dieses Jahres einen KI-gestützten Resilienz-Check an. Das kostenfreie, digitale Tool erlaubt eine anonyme Selbsteinschätzung des Resilienz-Reifegrades in nur 15 Minuten. Auf Basis von 50 Fragen in zehn kritischen Bereichen — von Cybersicherheit über finanzielle Robustheit bis hin zu Führungskultur — erhalten Betriebe eine individuelle Auswertung mit praxisnahen Handlungsempfehlungen. Diese reichen von Sofortmaßnahmen bis hin zu Verweisen auf bestehende Unterstützungsangebote, etwa des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Ergebnisse werden in fünf Kategorien verdichtet: Kommunikation &Stakeholder, Cyber- & Informationssicherheit, Finanzielle Robustheit, Governance & Leadership sowie Belegschaft & Kultur. Damit liefert der Check nicht nur einen niederschwelligen Einstieg in das Thema Krisenfestigkeit, sondern stärkt zugleich die regionale Wirtschaftsstruktur als Ganzes.
SICHERHEIT IST GEMEINSCHAFTSAUFGABE
Sicherheitspolitik ist längst eine Gemeinschaftsaufgabe. Staat, Bundeswehr, Wirtschaft und Gesellschaft stehen gleichermaßen in der Verantwortung. Für Ostwestfalen bedeutet das: Die Unternehmen der Region sind nicht nur Zulieferer oder Dienstleister, sondern aktive Partner in einer umfassenden Sicherheitsarchitektur. Die Bundeswehr kann sich auf starke, innovative Unternehmen verlassen. Die Wirtschaft wiederum profitiert von einer sicherheitspolitischen Umgebung, die Investitionen und Wachstum ermöglicht. Und durch die Einbindung in die Wertschöpfungsketten der großen Rüstungsfirmen ergeben sich für viele Betriebe neue Märkte — von der Schraube bis zur Software.
Jörg Deibert, Silke Goller, Heiko Stoll



