Ostwestfälische Wirtschaft

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Standpunkt

Potenziale nutzen für ein starkes Ostwestfalen

Für die Wirtschaft und unsere Unternehmen in Ostwestfalen geht das dritte Jahr in Folge zwischen Rezession und Stagnation zu Ende. Viele Betriebe stehen unter Druck, besonders in der Industrie. Doch 2026 könnte das Jahr der Trendwende werden — wenn wirtschaftspolitische Impulse greifen und wir die Potenziale unserer Region entschlossen nutzen.

Ostwestfalen ist und bleibt eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Unsere Unternehmen — ob Weltmarktführer, Familienbetrieb oder Start-up — gestalten Wandel und setzen auf Innovation. Bei Forschungsausgaben und Patentanmeldungen sind wir landesweit führend. Netzwerke wie „it’s OWL“ und die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zeigen, wie viel Potenzial in unserer Region steckt.

Vor allem aber sind es die Menschen in Ostwestfalen, die mit Tatkraft, Pragmatismus und Zusammenhalt immer wieder neue Wege finden — auch in schwierigen Zeiten. Familienunternehmen übernehmen seit Generationen Verantwortung, junge Gründerinnen und Gründer entwickeln mutig neue Geschäftsmodelle, und Beschäftigte tragen mit Engagement und Know-how zur Stärke unserer Region bei. Beispiele wie die Rettung der Flugverbindung Paderborn–München durch regionale Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen zudem, was möglich ist, wenn viele an einem Strang ziehen.

Natürlich erwarten wir von der Politik die richtigen Rahmenbedingungen. Und ja, bislang gibt es noch nicht den großen Wurf. Die Bundesregierung hat inzwischen aber eine ganze Reihe an wirtschaftspolitischen Vorhaben auf den Weg gebracht, die Potenziale freisetzen und zu einer besseren Zukunft beitragen können: Da ist der Investitions- und Wachstumsbooster, der die Investitionsschwäche im privaten Sektor auflösen soll. Da ist der Bauturbo für schnellere Genehmigungen zur Stärkung des Wohnungsbaus — mit positiven Effekten für viele Branchen. Da ist die Modernisierungsagenda, die Staat und Verwaltung einfacher und digitaler machen soll — und den Unternehmen und Bürgern das Leben leichter und unbürokratischer. Da sind die Milliardenzuschüsse zu den Netzentgelten, die ab Januar für spürbar günstigeren Strom sorgen. Da sind der geplante Industriestrompreis und Erleichterungen bei der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Und da ist das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro, das in Infrastruktur, Klimaneutralität und Digitalisierung fließen soll — also in die Zukunft Deutschlands. Diese schuldenfinanzierten Investitionen müssen wir als Beitrag zu einem stabilen Wirtschaftsaufschwung nutzen — auch, um langfristig die Finanzierungskosten zu tragen. Auf EU-Ebene wird das Lieferkettengesetz gelockert und Bürokratie abgebaut. Strukturreformen in Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sind als weitere Bausteine angekündigt.

Diese Maßnahmen können in Summe eine spürbare Konjunkturbelebung bewirken. Ostwestfalen kann die Herausforderungen meistern — mit Zuversicht, Zusammenhalt und dem Mut, die Zukunft zu gestalten. Nutzen wir die Potenziale, die sich bieten. Für eine starke Wirtschaft in einer starken Region!

     

„Diese Maßnahmen können in Summe eine spürbare Konjunkturbelebung bewirken.“

Jörn Wahl-SchwentkerIHK-Präsident

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