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Mit Innovationsgeist und klaren Visionen

Der langfristige Erfolg von Familienunternehmen hängt maßgeblich von einer gelungenen Nachfolgeregelung ab — für zwei besonders herausragende Vorbilder wurde nun der Preis „Erfolgreiche Nachfolge OWL 2025“ verliehen, ausgerichtet vom Bankenverband Bielefeld, DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER. „Wir freuen uns, die unternehmerische Exzellenz, den Mut und die Innovationskraft zu würdigen, die unsere Wirtschaft und Gesellschaft prägen“, eröffnete Jury-Präsident Wolf Meier-Scheuven, Inhaber von Boge Kompressoren, die Preisverleihung, die in der Wissenswerkstatt in Bielefeld stattfand. Susanne Müller, Niederlassungsleiterin Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, betonte in ihrer Begrüßung: „Die Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen steht und fällt mit einer gut geregelten Nachfolge. Wir zeichnen heute zwei beeindruckende Beispiele für eine gelungene Nachfolge aus.“

In diesem Jahr lag bei der Auswahl der Gewinner der Fokus auf dem Thema „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge“. Ausgezeichnet wurden Persönlichkeiten, die sowohl die Verantwortung in der Geschäftsführung als auch die Rolle als Gesellschafter oder Eigentümer erfolgreich übernommen haben. Voraussetzung: Der Übergang liegt mindestens drei, jedoch nicht länger als sieben Jahre zurück. Der Preis wird zwei Kategorien vergeben — für Unternehmen mit einem Umsatz unter 25 Millionen Euro sowie für Unternehmen über dieser Schwelle. „Wir wollten damit zwei Entwicklungen sichtbar machen: zum einen die erfolgreiche Unternehmensnachfolge, die in unserer Region eine große Rolle spielt, und zum anderen die Tatsache, dass auch kleinere und mittlere Unternehmen Herausragendes leisten und Vorbildcharakter haben“, so Meier-Scheuven.

Die Jury, die über die Preisvergabe abstimmte, setzte sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Wirtschaft und Wissenschaft: Wolf Meier-Scheuven, Vorsitzender der Jury und Inhaber von Boge Kompressoren aus Bielefeld, Susanne Müller, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Simone Putsch, Commerzbank AG, Arndt Bertelsmann, wbv Media GmbH & Co. KG, Benedikt Rotte, Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH, sowie Prof. Dr. Christina Hoon, Universität Bielefeld, Institut für Familienunternehmen.

Neben der Nachfolge spielten auch die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, Innovationskraft, soziale und ökologische Verantwortung sowie die Persönlichkeit der Kandidatinnen und Kandidaten eine zentrale Rolle. Aspekte wie ein kooperativer Führungsstil, die Förderung von Mitarbeitenden oder die Fähigkeit, neue Ideen umzusetzen, flossen in die Entscheidung ein.

In der Kategorie „Unternehmen mit weniger als 25 Millionen Euro Umsatz“ zeichnete die Jury Marc Stührenberg von der Stührenberg GmbH aus. Der 27-Jährige übernahm 2022 die Geschäftsführung und 100 Prozent der Gesellschaftsanteile von seinem Vater Klaus Stührenberg. Mit klarer Leidenschaft für Mobilität und Digitalisierung hat er die traditionsreiche Ampel- und Verkehrstechnikfirma in eine neue Ära geführt. Bemerkenswert war dabei die reibungslose Übergabe: Vertrauen, partnerschaftliches Miteinander und die Bereitschaft des Vaters loszulassen, ermöglichten einen nahtlosen Generationswechsel. Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich eine deutliche positive Entwicklung in den Kennzahlen — 2025 wird voraussichtlich das beste Geschäftsjahr in der Firmengeschichte.

In der Kategorie „Unternehmen mit mehr als 25 Millionen Euro Umsatz“ wurde Oliver Voßhenrich, POS TUNING GmbH, ausgezeichnet. Er trat 2003 in das väterliche Unternehmen ein, wurde 2005 Geschäftsführer und übernahm 2018 die Mehrheit der Anteile. Unter seiner Führung entwickelte sich POS TUNING von einem kleinen Betrieb mit sechs Mitarbeitern zum internationalen Marktführer mit mehr als 250 Beschäftigten. Seit 2018 konnte er den Umsatz verdoppeln, digitale Geschäftsbereiche erfolgreich ausgliedern und den internationalen Vertrieb in über 120 Länder ausbauen. Darüber hinaus engagiert sich Voßhenrich als Vizepräsident des Deutschen Ladenbauverbandes, in der IHK Lippe zu Detmold sowie im DIHK — und nimmt damit aktiv Einfluss auf die wirtschaftspolitische Diskussion. Die Jury würdigte beide Preisträger als herausragende Beispiele dafür, wie Vertrauen, Innovationsgeist und klare Visionen den erfolgreichen Übergang zwischen den Generationen ermöglichen — und wie Unternehmertum Verantwortung für Mitarbeitende, Region und Gesellschaft übernimmt.

     

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