Ostwestfälische Wirtschaft

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Ostwestfalen zu Bielefeld

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Politik und Standort

NAH DRAN IHK für Sie

GEMEINSAM FÜR MEHR QUALITÄT AUF DER SCHIENE: DIALOG GESTARTET 

Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld hat gemeinsam mit dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), dem Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW (KCITF) und erstmals auch mit DB InfraGO über die Auswirkungen geplanter Infrastrukturmaßnahmen auf die Schienenverbindungen in der Region gesprochen. Ziel ist es, Bauvorhaben auf und an der Schiene besser zu koordinieren, Belastungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Der NWL hatte dazu Ende 2025 die Initiative „SPNV unter Druck“ gestartet. Die IHKs sind als Multiplikatoren in Richtung der Unternehmen wichtige Partner in diesem Prozess.

Das Gespräch in Bielefeld bot die Gelegenheit, konkrete Auswirkungen für Ostwestfalen-Lippe mit DB InfraGO zu erörtern. Im Fokus standen drohende Verzögerungen bei wichtigen Projekten. Hintergrund ist die Priorisierung bundesweiter Generalsanierungen durch die Deutsche Bahn. Umleitungsstrecken werden dadurch stärker belastet; geplante Maßnahmen in der Region könnten sich verschieben. Förderzeiträume geraten unter Druck, bewilligte Mittel drohen zu verfallen. IHK und NWL haben daher unter anderem folgende dringliche Maßnahmen benannt: Ausbau des Bielefelder Hauptbahnhofs, zusätzliche Weichenverbindungen in Gütersloh und Isselhorst-Avenwedde, barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Bielefeld-Brake, zusätzlicher Bahnsteig in Minden (Gleis 14) sowie Beseitigung von Langsamfahrstellen.

Aus Sicht der IHK ist entscheidend, dass große bundesweite Projekte nicht dazu führen, dass regional dringend benötigte, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zurückgestellt werden. Unternehmen und Beschäftigte sind auf verlässliche und leistungsfähige Schienenverbindungen angewiesen. Pünktlichkeit, ausreichende Kapazitäten und planbare Bauabläufe sind zentrale Standortfaktoren. Ein weiteres Problem sind kurzfristige Verschiebungen von Sperrpausen. Werden zugesagte Zeitfenster nicht eingehalten, geraten Projekte in Fristverzug, Fördermittel sind gefährdet und Ersatzverkehre lassen sich nicht mehr sinnvoll anpassen. Das führt zu Mehrkosten und zu Unmut bei Fahrgästen und Unternehmen.

Im Gespräch mit DB InfraGO haben die Beteiligten deutlich gemacht, dass geplante Baumaßnahmen während vereinbarter Sperrungen verlässlich umgesetzt werden müssen. Nur so lassen sich Planungssicherheit und Vertrauen erhalten. DB InfraGO, NWL und KCITF haben vereinbart, den Austausch projektbezogen fortzuführen. Auch die IHK wird den Dialog im Interesse der regionalen Wirtschaft weiter begleiten. Hintergrund der Initiative „SPNV unter Druck“ ist die Vielzahl geplanter Baumaßnahmen in den kommenden Jahren, die erhebliche Auswirkungen auf Verbindungen in Westfalen-Lippe haben werden. Der NWL organisiert den Schienenpersonennahverkehr für rund 5,7 Millionen Menschen. Für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Netzes ist überwiegend DB InfraGO zuständig. Weitere Informationen stellt der NWL online bereit.

AUSBILDUNGSBOTSCHAFTER: MEHR ALS BERUFSORIENTIERNG AUF AUGENHÖHE 

Für Tjorven Schulz, Auszubildende zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei der Synaxon AG in Schloß Holte-­Stukenbrock, war der erste Schulbesuch als Ausbildungsbotschafterin etwas Besonderes. Für sie stellte der Einsatz eine besondere Herausforderung dar, da sie ihren Vortrag vor rund 60 Schülerinnen und Schüler auf der Bühne inmitten der Schulaula mit Mikrofon hielt. Sie erzählte von ihrem eigenen Weg in die Ausbildung, stellte ihren Ausbildungsberuf und ihren Betrieb vor — authentisch, auf Augenhöhe und mitten aus der Praxis. Auch wenn sie souverän wirkte, war diese Situation neu für sie und forderte sie heraus. Doch schon nach wenigen Minuten merkte Schulz, wie viel Freude es ihr bereitete, frei auf der Bühne zu sprechen und Fragen aus dem Publikum aufzugreifen. Vor allem das Gefühl, diese Situation selbstbewusst zu meistern, stärkte das Vertrauen der jungen Frau in ihre eigenen Fähigkeiten. Genau solche Erfahrungen prägen die Einsätze der Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter. Das Projekt wird von der IHK koordiniert, die die Auszubildenden eng begleitet und gezielt auf ihre Einsätze vorbereitet, damit sie diese mit Bravour meistern. In Schulungen lernen sie, ihre Ausbildung verständlich, ehrlich und zielgruppengerecht zu vermitteln und trainieren zugleich den souveränen Umgang mit ungewohnten Situationen. So profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler von einer praxisnahen Berufsorientierung, sondern auch die Auszubildenden selbst von einer nachhaltigen persönlichen Weiterentwicklung, die die IHK bewusst fördert.

ERFOLGREICHES ZUSAMMENSPIEL

Der Sohn von Markus Mrugalla, ehemaliger Fußballspieler des SC Paderborn 07, absolviert beim Unternehmen „Feine Räder“ in Paderborn eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker. Dessen Inhaber Udo Schwarz suchte einen Nachfolger und fand diesen in Mrugalla jun. Die Familie Mrugalla unterstützt ihren Sohn Mattis — und hat das Unternehmen übernommen. Allerdings sind sie in anderen Branchen tätig und das Zweiradgeschäft erfordert besondere Qualifikationsnachweise, da es sich um ein meisterpflichtiges Gewerbe handelt. 

Tobias Kaufmann, IHK-Referent für Wirtschaftsförderung, hat Markus Mrugalla bei der Businessplanung beraten und außerdem auf die Meisterpflicht hingewiesen, die Markus Mrugulla mit der Handwerkskammer besprechen konnte. Sein Sohn wird direkt nach der Ausbildung eine Meisterausbildung starten. Für die Zeit steht Udo Schwarz dem Unternehmen noch zur Verfügung.

Dieses Beispiel zeigt das gute Zusammenspiel beider Kammern, um einen Betrieb zu erhalten. Gleichzeitig ist es besonderes Beispiel für Unternehmertum, das von den Eltern so stark unterstützt wird und zu einer tragfähigen Lösung für alle geführt hat.

     

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