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Titelthema

Aufstrebender Markt

Die Globalisierung hat die Geschäftswelt verändert und eröffnet deutschen Mittelständlern aus Nordrhein-Westfalen neue Möglichkeiten für die internationale Expansion.
Malaysia, ein aufstrebender Wirtschaftsstandort im Zentrum Südostasiens, bietet vielversprechende Perspektiven für mittelständische Unternehmen, die ihre Präsenz im Ausland ausbauen möchten.

Wirtschaftliche Stabilität und Wachstum

Malaysia blickt auf eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte zurück, die in den 1980er Jahren begann. Inzwischen nimmt der industrielle Sektor 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ein und Malaysia gilt als einer der aufstrebenden Märkte in Südostasien.
Die über die Jahre stabile und freiheitliche Demokratie, die vergleichsweise junge und gut ausgebildete Bevölkerung, das gut entwickelte Infrastrukturnetz und die weiter fortschreitende Industrialisierung mittelständischer Unternehmen machen das Land zu einem attraktiven Ziel für deutsche Investitionen.
Unternehmen aus NRW, als einem der wirtschaftsstärksten Bundesländer, können sehr von diesen Umgebungsbedingungen profitieren.

Branchenvielfalt und Innovation

Malaysia verfügt über eine breite Palette von Branchen, die für deutsche Mittelständler attraktiv sind. Angefangen bei der Elektrik-, Elektronik- und Hightech-Industrie über die Automobilbranche, Chemie, Medizintechnik bis hin zu erneuerbaren Energien bietet das Land eine Vielzahl von Geschäftsmöglichkeiten.
Deutschland, mit seiner starken Präsenz in den genannten Branchen, kann sein Know-how und seine innovativen Technologien in Malaysia einbringen und so zur Weiterentwicklung der lokalen Industrie beitragen. Auch im Bereich Nahrungsmittel spielt Malaysia eine zunehmend bedeutende Rolle, da es an einer Halal-Zertifizierung arbeitet, die von einer großen Zahl islamischer Länder akzeptiert werden wird.

Handelsabkommen und Exporterleichterungen

Das Land ist zwar mit 32 Millionen Einwohnern ein vergleichsweise kleiner Markt, verfügt aber über eine Vielzahl an regionalen und multilateralen Handelsabkommen. Dazu zählen insbesondere die Asian Economic Community der Länder im ASEAN-Verbund südostasiatischer Staaten mit ihren 670 Millionen Einwohnern. Dazu zählen aber auch das „Regional Comprehensive Economic Partnership“ (RCEP), das weltweit größte Handelsabkommen, das von China bis Neuseeland reicht und das „Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership“ (CPTPP). Deutsche Unternehmen profitieren mit einem Standort in Malaysia von den Erleichterungen des Marktzugangs, den reduzierten Zöllen und den günstigen Handelsumgebungen weit über Malaysia hinaus. Das ist auch der Grund, warum Malaysia mit knapp 20 Milliarden Euro (2022) Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südostasien ist und zu den wenigen Ländern zählt, die einen Handelsbilanzüberschuss mit Deutschland aufweisen.

Kulturelle Verbindungen und interkulturelle Zusammenarbeit

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die internationale Expansion ist die Bereitschaft, sich an unterschiedliche kulturelle Kontexte anzupassen. Deutsche Mittelständler können in Malaysia den Vorteil nutzen, dass in Malaysia selbst eine bunte Mischung von verschiedenen Sprachen, Kulturen und Religionen besteht. Englisch ist die Handelssprache im Alltag und das Land stützt sich aufgrund seiner kolonialen Vergangenheit auf ein englisches Rechtssystem, welches unserem sehr ähnlich ist. Man kann alle Amtsgeschäfte und Geschäftsabschlüsse auf Englisch erledigen, ohne lokalen Partner in kurzer Zeit eine Firma gründen und als ausländisches Unternehmen auch Grundbesitz erwerben. Selbst wenn man den Rechtsweg beschreiten muss, kann man das gut funktionierende Justizsystem in englischer Sprache nutzen.

Förderprogramme und Unterstützung durch Institutionen

Um deutschen Mittelständlern den Markteinstieg in Malaysia zu erleichtern, bieten sowohl deutsche als auch malaysische Institutionen verschiedene Förderprogramme, Informationsveranstaltungen und Unterstützungsdienste an. In der Hauptstadt Kuala Lumpur gibt es neben der Deutschen Botschaft die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK Malaysia), eine Deutsche Schule, deutsche Kirchengemeinden und viele deutsch-malaysische Netzwerke, die den Einstieg in das Land erleichtern.

Herausforderungen und Risiken

Trotz der vielversprechenden Geschäftschancen gibt es natürlich auch Herausforderungen und Risiken, die deutsche Mittelständler in Malaysia beachten sollten. Dazu zählen kulturelle Unterschiede, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit, sich flexibel an lokale Gegebenheiten anzupassen. Eine gründliche Marktanalyse und eine gut durchdachte Geschäftsstrategie sind daher unerlässlich, um erfolgreich in Malaysia Fuß zu fassen. Dabei hilft die AHK Malaysia mit ihren 30 Mitarbeitern und einem breiten Portfolio an Beratungsdienstleistungen.
Die Geschäftschancen für deutsche Mittelständler in Malaysia sind vielfältig und ungemein vielversprechend. Mit einer klugen Strategie, interkultureller Sensibilität und der Unterstützung durch Förderprogramme können Unternehmen aus NRW erfolgreich in den malaysischen Markt expandieren.
Die enge wirtschaftliche Verbindung zwischen Deutschland und Malaysia bietet eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren können.

 

Daniel Bernbeck, AHK Malaysia

     

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