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Bauwirtschaft als Motor für die Wirtschaft

Der Ukrainekrieg hat viele Preise steigen lassen. Mit den Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung sind auch die Bauzinsen gestiegen, was einen deutlichen Auftragsrückgang der Bauwirtschaft nach sich zog. Auch die übrige Wirtschaft in Deutschland klagt über niedrige Umsätze. Stefan Habighorst, Inhaber der familiengeführten Hörster Betonwerk GmbH in Halle, hat eine Lösung parat: das sogenannte Hörster Modell zur Wohneigentumsförderung durch Bauzinssenkung. Es soll zur Belebung der deutschen Wirtschaft führen — mit zusätzlichen Nebeneffekten.

Hierzulande seien die Bauzinsen von einem auf vier Prozent gestiegen, konstatiert Habighorst. Bei einer Anfangstilgung von üblichen zwei Prozent habe sich die Annuität eines Baudarlehens von drei Prozent vor dem Ukrainekrieg sprunghaft auf derzeit sechs Prozent erhöht. „Das macht es vielen unmöglich zu bauen oder Wohneigentum zu erwerben“, sagt der Geschäftsführer des Hörster Betonwerks.

Banken würden derzeit kaum noch Baudarlehen gewähren, da nach ihrer Einschätzung viele Antragsteller die Kredite nicht zurückzahlen könnten. „Gerade für junge Familien ist der Erwerb von Wohneigentum in weite Ferne gerückt“, betont Habighorst. In der Bauwirtschaft gäbe es Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent. Der Diplom-Ingenieur und Diplom-Wirtschaftsingenieur warnt: „Firmen reduzieren ihre Mitarbeiterzahlen oder schließen ganz. Ihre Fachkräfte wandern ab. Wenn nicht bald eine Belebung einsetzt, können die Bauaufgaben der Zukunft wegen Personalmangels in Planung und Ausführung nicht mehr bewältigt werden. Es ist Eile geboten.“

Sein „einfach und schnell umsetzbarer“ Lösungsvorschlag, das sogenannte Hörster Modell, umfasse alle Bundesbürger ohne Wohneigentum. Jeder kreditwürdige Bürger, der bisher kein Wohneigentum besitze, könne einmalig in seinem Leben ein Darlehen für den Bau oder Erwerb einer Wohnimmobilie zu einem Zinssatz von zwei Prozent erhalten.

Das Modell könne „vollkommen unabhängig von weltweiten Konflikten, Wirrungen und Zöllen“ sofort starten. Habighorst: „Der Wohnungsbau würde innerhalb weniger Wochen anspringen. Viele Projekte liegen auf Eis und warten nur auf den Startschuss. Der Hochbau und die nachfolgenden Gewerke würden aufgrund des hohen Bedarfs an Wohnungen dauerhaft belebt.“ Innerhalb eines Jahres entstünde hierdurch Nachfrage in der gesamten Binnenwirtschaft. „Somit würde die große Wohnungsnot in unserem Land zur starken Triebfeder für einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung in ganz Deutschland“, so der Unternehmer.

Langfristig entstünden wichtige Nebeneffekte in Staat und Gesellschaft: so würde Mietwucher nicht durch Gesetze verboten, sondern durch ein ausreichendes Wohnungsangebot unmöglich. Außerdem würde Altersarmut wirksam bekämpft. Mietfreies Wohnen im Rentenalter sorge für wirtschaftliche Unabhängigkeit und erspare dem Staat Sozialleistungen. Das „Hörster Modell“, an die Mitte der Gesellschaft adressiert, würde deren Zukunftssorgen mit unkompliziertem und wirkungsvollem Handeln begegnen. Die Menschen würden diese Form der Unterstützung als Daseinsfürsorge des Staates für seine Bürger und als gute Zukunftsperspektive erkennen.

Habighorst ist sich sicher, dass sich mit dieser einen Stellschraube vieles lösen lasse: „Wir könnten mit diesem einfachen Modell die Wirtschaftskrise aus eigener Kraft sehr schnell und lang anhaltend überwinden und zudem nebenbei die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft angehen.“

Seine Strategie: „Jetzt muss die Politik auf das Modell aufmerksam gemacht werden und es umsetzen.“ Dazu stellt er Musterbriefe auf der Internetseite seines Unternehmens bereit, die heruntergeladen und an die zuständigen Ministerien geschickt werden können. „Nur wenn sich viele Bürger dafür stark machen, wird die Politik reagieren.“

     

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