Fachthema
Vollmachten und Testamente bei Unternehmern
Laut einer repräsentativen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach haben rund 90 Prozent der Erwachsenen in Deutschland keine Vorsorgevollmacht und etwa 70 Prozent keine Patientenverfügung; nur 35 Prozent verfassten bisher ein Testament. Das hat Folgen für die Familien, deren Unternehmen und ihre Mitarbeitenden.
Ein Beispiel eines Einzelunternehmers, der einige Zeit im Koma liegt und wenige Wochen später verstirbt: Schon während der Zeit im Koma stellt sich die Frage nach der Entscheidungskompetenz im Unternehmen. Mit dem Tod werden die Probleme größer: Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder — es gibt kein oder ein ungenügendes Testament. Das Unternehmen geht auf alle Erben gemeinsam über und diese bilden eine Erbengemeinschaft. Das bedeutet: Keine der Personen der Erbengemeinschaft kann eine Entscheidung allein treffen, auch nicht die Ehefrau. Bei minderjährigen Kindern sitzt das Familiengericht mit am Tisch.
Diese Probleme sind mittelständischen Unternehmen in Deutschland zwar oft bewusst, werden aber vom betrieblichen Alltag überlagert. Einfache Lösungen werden hinausgeschoben, mit dem Risiko größerer Schwierigkeiten im Risikofall:
· Liquiditätsknappheit
· Vollhaftung der Erben
· Zerschlagungsgefahr
· Gerichtliche Betreuung
Unternehmervollmacht und -testament sind darum elementare Vorkehrungen und für alle Unternehmer unabdingbar. Treffen Sie im eigenen Interesse rechtzeitig Schutzmaßnahmen für Notfälle, beruflich wie privat.
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