Unternehmen + Märkte
Die Zukunft des Bauens
Trotz der Baukrise im Heimatmarkt Deutschland hat sich Schüco wirtschaftlich behauptet — so schließt das international aufgestellte Unternehmen aus Bielefeld das Jahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von 2,06 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,05 Milliarden Euro) ab. Ein Jahr, in dem die Schüco Gruppe eine umfassende Initiative zum Thema Bauen im Bestand startete: Unter dem Titel „Schüco Value Up“ präsentierte das Unternehmen werterhaltende Lösungen, die die Gebäudehülle entlang des gesamten Lebenszyklus unterstützen. Damit setzte Schüco einen weiteren Meilenstein seiner ganzheitlichen Strategie und erhielt für das Engagement in Richtung Klimaneutralität und Ressourcenschonung im Gebäudesektor den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bauindustrie.
Die Bauindustrie befinde sich in einem grundlegenden Wandel, das wirtschaftliche Umfeld blieb in vielen Märkten angespannt: Steigende Materialkosten, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und ein hohes Zinsniveau sowie unsichere politische Rahmenbedingungen belasteten weiterhin die Investitionsbereitschaft im Gebäudesektor. Die nachhaltige Transformation des Gebäudebestands zähle zu den größten Herausforderungen und zugleich wichtigsten Wachstumsfeldern der Bauindustrie. Schüco reagiert darauf mit „Schüco Value Up, ein umfassendes Leistungsangebot für den Werterhalt und die Transformation von Bestandsgebäuden — über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Zum Angebot zählen insbesondere minimalinvasive Sanierungslösungen, Beratungsleistungen für Eigentümer und Investoren, digitale Prozesse und Tools, Service- und Wartungsangebote sowie Lösungen für Rückbau und Recycling. Schüco entwickele sich damit zunehmend zu einem ganzheitlichen Anbieter für die Phasen Planen, Bauen, Betreiben, Modernisieren, Rückbauen und Recyceln von Gebäudehüllen. „Die Zukunft des Bauens ist zirkulär, digital und liegt vor allem im Umgang mit dem Gebäudebestand — genau daran arbeiten wir. Unser Anspruch ist es, Gebäudehüllen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ganzheitlich zu denken und zu optimieren — ökologisch wie wirtschaftlich“, sagt Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter Schüco International KG.
In Deutschland verzeichnete die Schüco Gruppe 2025 erneut einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,8 Prozent auf 728 Millionen Euro. Die internationalen Märkte konnten dies mit einem Umsatz von gut 1,3 Milliarden Euro auffangen und für den Gesamtkonzern ins Positive wenden. In Europa stieg der Umsatz leicht um 0,7 Prozent auf 965 Millionen Euro, in den übrigen internationalen Gesellschaften um 8,8 Prozent auf 371 Millionen Euro. Es zeige sich, dass der Umsatzanteil der Europäischen und der übrigen internationalen Schüco Gesellschaften am Gesamtumsatz der Schüco Gruppe sukzessive steige und der Konzern auch in Zeiten der Baukrise im Heimatmarkt Deutschland resilient aufgestellt seien (Anteile am Umsatz: Deutschland 35 Prozent, international 65 Prozent).
Derzeit ist die Schüco Gruppe mit ihrem Systemportfolio in über 90 Ländern weltweit vertreten. Die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sieht eine zunehmende Fokussierung auf internationale Märkte vor. Inhaltlich bedeute dies gezielte Investitionen zur Stärkung des Kerngeschäfts in Europa, die Erschließung neuer Geschäftsfelder auf Basis angrenzender Kompetenzen sowie den kontinuierlichen Ausbau und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen.
Das wirtschaftliche Eigenkapital des Familienunternehmens Schüco sei auf gleichbleibend hohem Niveau und zeige weiterhin eine ausgewogene Kapitalstruktur. Die Investitionen der Schüco Gruppe entsprachen mit 41,2 Millionen Euro fast dem Vorjahreswert. Ein wichtiges Investitionsprojekt war die Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Sälzer am Standort Marburg. Das Tochterunternehmen fertigt in Deutschland selbst Fassadenelemente für internationale Projekte mit Hochsicherheitsanforderungen. Die Investition schafft weitere Kapazitäten, um die Anfragen aufgrund der vielfach verstärkten Sicherheitsanforderungen bedienen zu können. 2025 investierte Schüco außerdem in zwei neue, internationale Showrooms, und zwar in Paris, Frankreich, und Riad, Saudi-Arabien. Im Januar 2025 erfolgte der Erwerb der Restanteile an der Alufit International Private Ltd., Bangalore, Indien. Alufit ist einer der größten Aluminium-Fassadenbauer Indiens. Das Unternehmen plant, fertigt und montiert komplexe Gebäudehüllen. Als nun vollkonsolidierte indische Fassadenbau-Tochter der Schüco Gruppe übernehme Alufit die Realisierung großer Aluminium- und Glasfassadenprojekte im indischen Markt.
Die Schüco Gruppe beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2025 weltweit rund 6.750 Mitarbeitende: In Deutschland waren es circa 3.800 Menschen, 2.950 Mitarbeitende waren außerhalb Deutschlands beschäftigt. Auf den Standort der Unternehmenszentrale in Bielefeld entfielen etwas über 2.000 Mitarbeitende. Am zweiten großen Standort in Weißenfels, mit dem Sitz des Geschäftsbereichs Polymer und dort ansässiger Produktion, wurden rund 935 Mitarbeitende beschäftigt. Die Zahl der Auszubildenden in Deutschland betrug, verteilt auf alle Standorte, 206.
Die Schließung der Wertstoffkreisläufe in der Baubranche sei ein essenzieller Baustein für die Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor und damit das Erreichen der Klimaziele. Um die Recyclingquote im Bereich der eigenen Materialien zu steigern, konzentriert sich Schüco darauf, Sammelquoten zu erhöhen und Wertstoffkreisläufe zu schließen. Die Digitalisierung blieb auch 2025 ein wichtiger Baustein — Schüco entwickelte digitale Planungs-, Beratungs- und Serviceangebote weiter, um die Effizienz entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus zu steigern und Kunden bei der Planung, Modernisierung und dem Betrieb von Gebäudehüllen zu unterstützen. Auch KI-gestützte Lösungen würden genutzt, um Planungs-, Fertigungs- und Betriebsprozesse effizienter zu gestalten.



