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Der Motor der Transformation

Die Stadtwerke Bielefeld blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, in dem sie wichtige Weichen für die weitere Umsetzung der Energie- und Wärmewende gestellt haben. Mit 34,4 Millionen Euro lag das Jahresergebnis über dem Vorjahreswert von 27,5 Millionen Euro. Maßgeblich für das gute Ergebnis verantwortlich sei das energiewirtschaftliche Kerngeschäft gewesen. Zudem gab es durch den Verkauf der Anteile an den Stadtwerken Gütersloh einen Sondereffekt. Außerdem haben die Stadtwerke 18 Millionen Euro an Verkehrsverlusten ausgeglichen und knapp 21 Millionen Euro Konzessionsabgaben an die Stadt Bielefeld geleistet.

„Wir halten auch weiterhin an unserem Grundsatz fest, das Wünschenswerte in das Machbare zu übersetzen: wirtschaftlich tragfähig, technisch realistisch und für die Menschen in unserer Stadt bezahlbar“, sagt Geschäftsführer Martin Uekmann. „Das Klima zu schützen, bleibt dabei ein wichtiger Maßstab unseres Handelns. Die Umsetzung wird künftig aber noch stärker daran ausgerichtet, in welcher Reihenfolge und mit welchem Tempo Maßnahmen rechtssicher und finanzierbar realisiert werden können.“ Bei der Transformation liege der klare Fokus auf Versorgungssicherheit sowie Wirtschaftlichkeit — dazu gehöre unter anderem die Klärschlammverwertung, der Aufbau der Wasserstofferzeugung, die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung und der weitere Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur.  „Die Aufgaben sind überall ähnlich: Wir müssen investieren, unsere Infrastruktur sichern und gleichzeitig die finanzielle Belastbarkeit im Blick behalten“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann. Zur Umsetzung dieses Kurses überprüften die Stadtwerke fortlaufend Aufgaben, Strukturen und Abläufe. Rainer Müller ergänzt: „Ziel ist eine Organisation, die dauerhaft leistungsfähig bleibt und die Transformation der Infrastruktur aus eigener Kraft mit absichert.“

Das operative Geschäft der Stadtwerke Bielefeld blieb 2025 trotz eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds stabil. Rückläufige Absatzmengen in mehreren Sparten seien vor allem auf strukturelle Sondereffekte zurückzuführen, insbesondere auf den Verkauf eines Gas- und Dampfkraftwerks und den damit verbundenen Wegfall der Liefer­beziehungen zu einem großen Industriekunden. Im Strombereich sank der Absatz um 4,1 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Kilowattstunden. Hier wirkte sich ein verändertes Verbrauchsverhalten sowie die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung, vor allem im gewerblichen Bereich, aus. Beim Gas fiel der Rückgang mit 0,9 Prozent auf fast 2,5 Milliarden Kilowattstunden deutlich moderater aus. Die Mengen bei Haushalts- und Gewerbekunden waren stabil bis leicht steigend.

Im Bereich Fernwärme lag der Absatz 2025 mit fast 500 Millionen Kilowattstunden deutlich unter dem Vorjahreswert. Positiv entwickelte sich die allgemeine Wärmeversorgung: Im Tarifkundenbereich stiegen Nachfrage und Anschlusszahlen, der Absatz legte hier um 8,2 Prozent zu. Auch die Wasserversorgung verzeichnete ein Plus: Mit 18,5 Millionen Kubikmetern lag der Absatz rund vier Prozent über dem Vorjahr. Die ­Sicherstellung der Versorgung in Bielefeld sei die zentrale Aufgabe der Stadtwerke. ­Gerade vor dem Hintergrund volatiler Märkte, wachsender Anforderungen an die Energieinfrastruktur und zunehmender externer Abhängigkeiten gewinne die Resilienz der bestehenden Systeme weiter an Bedeutung. Martin Uekmann: „Die Versorgungsnetze und technischen Anlagen zählen zur kritischen Infrastruktur — ihr verlässlicher Betrieb hat daher oberste Priorität für uns und erfordert kontinuierliche Investitionen in Erhalt, Modernisierung und Ausbau.“

Die Stadtwerke Bielefeld Gruppe hat 2025 mehr als 190 Millionen Euro investiert, davon allein 68,4 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur. Ein Schwerpunkt lag auf der Stromversorgung. Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen im  Mittel- und Niederspannungsnetz wurden fortgeführt, um den steigenden Anforderungen durch Elektromobilität, Wärmepumpen und dezentrale Erzeugung gerecht zu werden. Parallel dazu wurden wesentliche Tiefbaumaßnahmen zur Erneuerung zentraler 110-kV-Verbindungen zwischen Innenstadt und Brackwede gestartet, die langfristig Leistungsfähigkeit und Stabilität des Netzes sichern. Auch die Digitalisierung der Netze wurde vorangetrieben: Ortsnetzstationen wurden mit moderner Mess- und Fernwirktechnik ausgestattet, intelligente Messsysteme weiter ausgerollt. So lassen sich Lastflüsse besser steuern und Engpässe früher erkennen. Gleichzeitig standen im Gasnetz zentrale Transformationsaufgaben im Fokus — insbesondere die Vorbereitung der Marktraumumstellung sowie die strategische Weiterentwicklung des Netzes im Zuge der Trinkwasserversorgung sei gesichert. Die Ausgangslage sei aktuell angespannt, die Versorgung dennoch gesichert.

Die Stadtwerke reagieren mit einem Bündel an Maßnahmen. Dazu zählen die Optimierung und der Ausbau bestehender Anlagen, die Prüfung zusätzlicher Kapazitäten sowie der verstärkte Bezug aus benachbarten Versorgungsgebieten.  Zur langfristigen Absicherung planen die Stadtwerke zudem den Bezug von Fernwasser aus dem Ruhrgebiet. Gemeinsam mit der Gelsenwasser AG wurde dazu eine Wasserverbundgesellschaft gegründet; eine Inbetriebnahme ist für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen. Unverändert gilt dabei, dass rund 85 Prozent des Bedarfs weiterhin aus eigenen Quellen gedeckt werden sollen. Eine neu eingeführte Trinkwasserampel mache die Versorgungslage nachvollziehbar und rege zu einem bewussten Umgang mit Wasser an. Zudem sei in Bielefeld die Fernwärme ein zentraler Baustein der Wärmewende.

Ein sichtbares Beispiel für den Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten im Bereich Strom und erneuerbare Energien sei der Solarpark Schiefe Breede im Bielefelder Stadtteil Jöllenbeck. Mit ihm sei 2025 die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke in Betrieb gegangen. Die Anlage erreiche eine Leistung von rund 4,2 Megawatt und produziere jährlich etwa 4,3 Gigawattstunden Strom — genug, um rund 1.550 Haushalte zu versorgen.

Eine zentrale Rolle im erfolgreichen Geschäftsjahr der Stadtwerke Bielefeld spielt weiterhin das breite Leistungsspektrum der Unternehmensgruppe — von Mobilität über Bäder und Telekommunikation bis hin zur Entsorgung und Energieerzeugung. Das Verkehrsunternehmen moBiel konnte im Jahr 2025 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen. Es zeichne sich eine außerordentlich gute Fahrgastentwicklung ab, Treiber dafür sei insbesondere das Deutschlandticket, das die Nachfrage nach öffentlicher Mobilität weiter stärke. Im Entsorgungsbereich stellte die Interargem mit den beiden Müllverbrennungsanlagen in Bielefeld und Hameln weiterhin die Entsorgungssicherheit für die Region sicher. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds konnte die Auslastung der Anlagen stabil gehalten werden. Gleichzeitig leisteten die Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Wärmeerzeugung aus der Verwertung von Abfällen. Darüber hinaus wurde mit der Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadtwerke weiter vorangetrieben. Die Anlage stärkt künftig sowohl die Entsorgungssicherheit als auch die Energieversorgung in der Region. Bis zu 4.400 Haushalte mehr könnten damit in Zukunft mit Fernwärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist ab Mitte 2027 vorgesehen.

Auch die Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH blickt auf ein stabiles Betriebsjahr zurück. Die Nachfrage entwickelte sich insgesamt positiv, unter anderem durch stabile Besucherzahlen und den weiteren Ausbau des Angebots. 2025 kamen fast 1,4 Millionen Besucher in die Einrichtungen der BBF. Im Bereich Telekommunikation behauptete sich die BITel trotz eines intensiven Wettbewerbsumfelds und hoher Anforderungen an den Netzausbau im Markt — auch die Zahl der Glasfaseranschlüsse konnte erneut gesteigert werden.

     

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