Politik und Standort
Für offene Märkte
Die Europäische Union und die Transpazifische Partnerschaft CPTPP repräsentieren gemeinsam mehr als 37 Prozent des Welthandels. Sie könnten eine mächtige „Koalition der Willigen“ für offene Märkte bilden. Die DIHK zeigt, wie eine enge Zusammenarbeit konkret aussehen sollte. Das Welthandelssystem steht unter enormem Druck. Wachsender Protektionismus, Hochzollpolitik und das Recht des Stärkeren bedrohen offene Märkte und damit die Grundlagen des deutschen Außenhandels. Die EU und die Transpazifische Partnerschaft (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership, CPTPP) können gemeinsam ein reales Gegengewicht bilden: Zusammen stehen die 27 EU-Mitgliedstaaten und die zwölf CPTPP-Länder für mehr Welthandel als die USA und China zusammen.
Das Wichtigste in Kürze• Starkes Gewicht: EU und CPTPP stehen zusammen für 37 Prozent des Welthandels — mehr als die USA und China gemeinsam.
• Schlüsselmarkt für Deutschland: Mit deutschen Exporten von 161 Milliarden Euro (2025) ist die CPTPP-Region vor den USA Deutschlands wichtigster Ausfuhrmarkt; 6.331 deutsche Unternehmen haben in der Region investiert.
• Partnerschaft ja, Beitritt nein: Eine EU-Vollmitgliedschaft im CPTPP würde die EU zwingen, Regeln zu übernehmen, die ohne Europäische Beteiligung gestaltet wurden — die EU muss „Rule Maker“ bleiben.
• Bilaterale Abkommen beschleunigen: Mit vielen CPTPP-Ländern bestehen bereits Handelsabkommen oder laufen Verhandlungen; diese müssen zügig abgeschlossen und ratifiziert werden.
• WTO-Ordnung verteidigen: Ein „Stillhalteabkommen“ zwischen EU und CPTPP — mit der gemeinsamen Verpflichtung auf WTO-konforme Handelsregeln — würde Unternehmen dringend benötigte Planungssicherheit verschaffen.
Die DIHK spricht sich dafür aus, dieses Potenzial strategisch zu nutzen — durch eine enge institutionalisierte Partnerschaft, die Märkte offenhält, Lieferketten absichert und den regelbasierten Handel stärkt. Für deutsche Unternehmen geht es dabei um handfeste wirtschaftliche Interessen: Die CPTPP-Region ist bereits heute der wichtigste Exportmarkt Deutschlands, noch vor den USA.



