Fachthema
Wie clevere Unternehmen 2026 werben: Sichtbarkeit aufbauen statt Reichweite mieten
Ein Gastbeitrag von Alexander Martinschledde, Geschäftsführer Lokalpioniere
Die meisten Unternehmen bezahlen längst für Werbung, die in keinem Marketingbudget steht: die Arbeitszeit, die täglich in Social Media fließt. Ein Instagram-Kanal, ein LinkedIn-Profil, aktuelle Beiträge, Einblicke ins Tagesgeschäft sind oft die Aufgabe eines festen Mitarbeiters.
Diese Inhalte existieren also längst. Nur erreichen sie meist ausschließlich die eigene, ohnehin schon interessierte Followerschaft. Die Reichweite bleibt dadurch begrenzt.
Was ich dabei in der Praxis immer wieder beobachte: Unternehmen reagieren darauf, indem sie in neue, zusätzliche Kanäle investieren, statt die Reichweite der bereits produzierten Inhalte zu erhöhen. Das Ergebnis sind Nebenkanäle, die die eigentliche Botschaft gar nicht aufnehmen können, weil sie ohne redaktionellen Kontext und ohne lokale Einbettung auskommen müssen.
Der wirksamere Weg ist der umgekehrte: bestehende Inhalte in ein Medienumfeld einbetten, das lokale Aufmerksamkeit bereits gebündelt hat. Konkret heißt das: Ein Instagram-Beitrag, eine Stellenanzeige oder ein aktuelles Angebot wird redaktionell in den täglichen Nachrichten-Feed einer City-App aufgenommen, dort, wo Menschen ohnehin verfolgen, was in ihrer Stadt passiert. Anders als eine gedruckte Anzeige, die nach dem Erscheinungstag verschwindet, entsteht so Substanz: ein digitaler Fußabdruck, dauerhaft auffindbar, verlinkt und sichtbar dort, wo heute Kauf- und Buchungsentscheidungen beginnen, in der Google-Suche und zunehmend in der KI-Suche.
Dass dieser Ansatz trägt, zeigt eine unabhängige Nutzerbewertung im Apple App Store, die die Rheda-Wiedenbrück App als „Deutschlands bestes Stadtmagazin einer Mittelstadt“ beschreibt. Mehr als 500 Unternehmen in Ostwestfalen setzen mittlerweile auf genau diese Form der Darstellung in den Nachrichtenmedien der Lokalpioniere.
Für ein etabliertes mittelständisches Unternehmen wirkt das wie eine Bewerbermesse, die das ganze Jahr läuft: Stellenanzeigen und aktuelle Projekte bleiben durchgehend sichtbar, statt nur an einem einzelnen Messetag. Für Solo-Selbstständige löst das eine ganz andere Frage: Wie werde ich in einem Markt bekannt, in dem mich noch niemand kennt, auf Augenhöhe mit denen, die jeder kennt? Im redaktionellen Umfeld einer City-App erscheint der Gründer neben dem etablierten Traditionsbetrieb, mit der eigenen Identität, dem eigenen Instagram-Kanal, der eigenen Handschrift.
Durch die Bielefeld App, die Gütersloh App oder die Rheda-Wiedenbrück App ist dieses Prinzip in Ostwestfalen seit mehr als zehn Jahren Alltag. Die eigentliche Kompetenzfrage im lokalen Marketing lautet 2026 deshalb nicht mehr, wie viel zusätzliches Budget für Sichtbarkeit eingeplant wird, sondern wie die bereits vorhandenen Inhalte in ein Umfeld gelangen, das ihnen tatsächlich Reichweite verschafft.
Alexander Martinschledde ist Geschäftsführer von Lokalpioniere aus Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück. Das System steht auch Verlagen und Medienhäusern als Lizenzmodell offen.
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