Fachthema
Das Unternehmen ist keine Altersvorsorge
„Mein Betrieb ist meine Rente.“
Diesen Satz höre ich in Gesprächen mit Unternehmern immer wieder. Er ist nachvollziehbar: Wer über Jahrzehnte ein Unternehmen aufgebaut hat, besitzt darin häufig den größten Vermögenswert seines Lebens. Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick.
Denn mit dem Unternehmen hängen oft nicht nur Einkommen und Vermögen zusammen, sondern auch Altersvorsorge, Lebensstandard der Familie und die Pläne für die nächste Generation. Läuft der Betrieb gut, entsteht ein beeindruckender Vermögenshebel. Läuft es schlecht, können dagegen mehrere Lebensbereiche gleichzeitig unter Druck geraten.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass dieses Risiko real ist. Von Januar bis Mai 2026 wurden in Deutschland 10.546 Unternehmensinsolvenzen registriert — 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.[1] Gleichzeitig streben bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolgeregelung an. Hochgerechnet rund 114.000 Unternehmen pro Jahr ziehen dagegen eine Stilllegung ohne Nachfolgelösung in Betracht.[2]Diese Zahlen sind kein Plädoyer gegen unternehmerisches Risiko. Im Gegenteil: Unternehmerisches Risiko gehört zum Unternehmertum – es sollte nur nicht automatisch zum privaten Risiko werden.
Deshalb sollte ein Grundsatz frühzeitig gelten: Unternehmerisches und privates Vermögen müssen getrennt betrachtet werden.
Das bedeutet nicht, dem Unternehmen Kapital zu entziehen, das es für Investitionen und Wachstum benötigt. Es bedeutet vielmehr, regelmäßig zu prüfen, welcher Teil des erwirtschafteten Erfolgs im Unternehmen gebraucht wird — und welcher Teil dem Unternehmer und seiner Familie langfristig Sicherheit geben sollte.
Privates Vermögen kann breiter aufgestellt sein als das eigene Unternehmen. Vor allem aber schafft es Entscheidungsfreiheit.
Das zeigt sich besonders bei der Nachfolge. Niemand sollte darauf angewiesen sein, dass der Betrieb am Ende exakt den Kaufpreis erzielt, der für den Lebensabend benötigt wird. Bewertung, Zeitpunkt und Käufer lassen sich nicht vollständig planen. Wer dagegen frühzeitig privates Vermögen aufgebaut hat, gewinnt Freiheit bei der Nachfolge.
Mein Rat: Betrachten Sie Ihr Unternehmen als das, was es idealerweise sein soll — eine unternehmerische Erfolgsgeschichte. Aber behandeln Sie es nicht gleichzeitig als Ihre einzige Altersvorsorge.
Denn die beste Nachfolgeentscheidung ist diejenige, die man aus Überzeugung treffen kann – und nicht aus finanzieller Notwendigkeit.
Damit Ihr unternehmerischer Erfolg auch Ihre persönliche Zukunft absichert, begleiten mein Team in Bielefeld und ich Sie gerne bei der vorausschauenden Vermögensplanung.
Quellen:
[1] DATEV, Unternehmensinsolvenzen 2026
[2] KfW, Nachfolge-Monitoring 2026
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