Standpunkt
Gut ausgebildet in die Zukunft
Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August sind rund 6.000 junge Menschen in unserem IHK-Bezirk in die Berufsausbildung gestartet. Eine Zahl, die einerseits Hoffnung macht für die Zukunft, die zugleich aber auch noch Luft nach oben lässt. Klar ist, dass unsere ostwestfälische Wirtschaft insbesondere in den kommenden Jahren, in denen die Generation der Babyboomer in den Ruhestand geht, viele neue Fachkräfte braucht. Erfreulich ist, dass sich weiterhin tausende Unternehmen in unserer Region in der Dualen Ausbildung engagieren und jungen Menschen einen qualitativ hochwertigen Einstieg in die Arbeitswelt ermöglichen. Es dürfen aber auch gerne noch mehr Firmen und mehr Auszubildende sein.
Die Fach- und Arbeitskräftelücke ist — konjunkturell schwierige Zeiten hin oder her — schon jetzt groß und wird absehbar noch größer. 2026 stehen wir zusätzlich vor der nächsten großen Herausforderung, weil im Zuge der Rückkehr zum Abitur nach 13 statt zwölf Jahren in NRW mit deutlich weniger Schulabgängern und Auszubildenden zu rechnen ist. Wir müssen alle Kräfte bündeln, um gemeinsam das bestmögliche aus dieser Situation zu machen. Und das sowohl kurz- als auch langfristig. Dies erfordert Engagement von allen Beteiligten — von uns als Wirtschaft, von Schulen, den Eltern und natürlich den jungen Menschen selbst.
Der Ausbildungsmarkt ist auch Wochen nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn stark in Bewegung. Weiterhin gibt es Hunderte noch nicht besetzte Ausbildungsplätze und zahlreiche junge Menschen, die eine Lehrstelle suchen — beiden Seiten bieten sich somit Chancen, die es zu ergreifen gilt. Die Ausbildung lässt sich erfolgreich auch noch im Herbst beginnen. Auch das hat der Erfahrungsaustausch mit Unternehmen und Auszubildenden bei sechs Firmenbesuchen während meiner Ausbildungstour durch Ostwestfalen in diesem Sommer gezeigt.
Unternehmen, die bisher nicht oder nur wenig ausbilden, möchte ich ermutigen, dies nun mehr denn je in Betracht zu ziehen. Eine Investition in die Ausbildung junger Menschen ist auch eine Investition in die eigene Zukunft und die Sicherung des Fachkräftebedarfs. Sie sollten sich nicht entmutigen lassen, wenn Bewerbungen ausbleiben, sondern am Ball bleiben — und auch auf die vielfältigen Angebote unserer IHK zurückgreifen. Zugleich empfehle ich allen Ausbildungsinteressierten, sich aktiv mit den vielfältigen Möglichkeiten der Dualen Ausbildung auseinanderzusetzen und den ersten Schritt in die berufliche Zukunft zu machen.
Unser gemeinsames Ziel muss es sein, möglichst viele Nachwuchskräfte in der Aus- und auch Weiterbildung zu fördern. So sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und bieten Menschen in unserer Region eine attraktive berufliche Heimat. Lassen Sie uns gemeinsam die Herausforderungen des Fachkräftemangels meistern und jungen Menschen mit der Dualen Ausbildung hervorragende Perspektiven und Karrierechancen bieten — für eine erfolgreiche und gute Zukunft in Ostwestfalen.



