Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 1/2022DruckenZurück
IHK-Ausbildungstour 2025 macht Station bei sechs Unternehmen
Eine positive Zwischenbilanz der diesjährigen Ausbildungstour ziehen IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker und IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. Bei bislang fünf Unternehmen in Ostwestfalen informierten sich die beiden über die aktuelle Ausbildungssituation und Herausforderungen und betonten, wie wichtig die Duale Ausbildung für die Fachkräftesicherung ist. Die IHK-Führungsspitze machte Stationbei der Wehrmann GmbH & Co KG in Hiddenhausen, der Seppeler Holding und Verwaltungs GmbH & Co. KG in Rietberg, der Hagemeyer Retail GmbH & Co. KG in Minden, der Wöhler Holding GmbH in Bad Wünnenberg und der Dürkopp Fördertechnik GmbH in Bielefeld. Mitte September steht zum Abschluss noch ein Besuch bei der Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH in Bad Driburg auf dem Programm.
Zum Start der Ausbildungstour informierte sich Wahl-Schwentker bei der Wehrmann GmbH & Co KG in Hiddenhausen, einem besonders engagierten Ausbildungsbetrieb im Kreis Herford, über deren Erfahrungen mit der beruflichen Bildung. Begleitet von Pigerl-Radtke tauschte sich der IHK-Präsident darüber hinaus mit Geschäftsführerin Julia Wehrmann und dem stellvertretenden Substituten Marc Schlarmann über aktuelle Herausforderungen bei der Dualen Ausbildung aus.
„Unsere Ausbildungstour soll die herausragenden Leistungen ostwestfälischer Betriebe in der Nachwuchsförderung sichtbar machen. Gleichzeitig wollen wir dabei auch Fragen zur Berufsbildung direkt mit den Unternehmen diskutieren“, erklärte Wahl-Schwentker.
Bei der Wehrmann GmbH & Co KG, die sieben Lebensmittelmärkte betreibt, wurde deutlich, dass Ausbildung dort einen hohen Stellenwert hat: „Ich freue mich sehr auf die Möglichkeit, unser Konzept für eine gute Ausbildung vorzustellen. Dies schafft einen besonderen Fokus auf das Thema Ausbildung im gesamten Unternehmen. Die Ausbildung im Lebensmittel-Einzelhandel ist eine Ausbildung, die Spaß macht und wo der Azubi viele Möglichkeiten hat, früh Verantwortung zu übernehmen. Das mitunter negative Image dieser Ausbildung halte ich für falsch. Ich sehe unseren Auftrag auch darin, dies zu ändern“, sagte Wehrmann.
Ausbildung steht auch hoch im Kurs bei der Seppeler Holding und Verwaltungs GmbH & Co. KG, einem führenden Anbieter von Feuerverzinkung, Beschichtung, Behältertechnik und Gitterrosten.Geschäftsführer Thomas Weise betonte: „Bei Seppeler stehen unsere Mitarbeitenden und ihre Entwicklung im Mittelpunkt. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Wachstum nur durch Engagement und eine auf Vertrauen basierende Unternehmenskultur möglich ist. Gemeinsam arbeiten wir daran, hochwertige Lösungen zu schaffen und einen positiven Beitrag für unsere Kunden und die Gesellschaft zu leisten.“
Auch bei der Hagemeyer Retail GmbH & Co. KG mit zwei Modehäusern inMinden und Stadthagen sowie Gastronomiebetrieben genießt Ausbildung einen hohen Stellenwert: „Die Ausbildung junger Menschen liegt uns sehr am Herzen — sie ist Investition in die Zukunft unseres Hauses und unserer Branche. Mit Begeisterung, Verantwortung und Nähe begleiten wir un-sere Auszubildenden auf ihrem Weg in eine berufliche Zukunft mit Perspek-tive. Denn die Menschen machen den Unterschied — Ware gibt es überall“,sagte Daniela Drabert, geschäftsführende Gesellschafterin und IHK-Vizepräsidentin.
Welche wichtige Rolle die Qualifizierung angehender Fachleute für die Unternehmensentwicklung spielt, unterstrich ebenfalls Daniel Horenkamp, Geschäftsführer der Wöhler Brush Tech GmbH: „Die interne fachliche Berufsausbildung ist für uns im Sondermaschinenbau essenziell, nur so können wir als Unternehmen sicherstellen, dem drohenden Fachkräftemangel erfolgreich entgegenzuwirken und haben somit unsere unternehmerische Entwicklung in der ei-genen Hand.“ Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Bad Wünnenberg ist Spezialist für Messgeräte, Videoinspektion und Kehrgeräte, Maschinenbau und Technische Bürsten.
Auch Dirk Bockelmann, Geschäftsführer bei der Dürkopp Fördertechnik GmbH (DFT), setzt darauf, selbst auszubilden: „Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Fundament unseres Erfolgs — deshalb investieren wir mit Überzeugung in die Ausbildung und bieten jungen Menschen bei DFT und Partnerbetrieben eine Perspektive mit Zukunft.“ Das Bielefelder Unternehmen, das Sortier- und Sequenzieranlagen entwickelt und produziert, beschäftigt aktuell mehr als 470 Mitarbeitende.
Wie wichtig das Thema Ausbildung ist, untermauern auch die zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. August veröffentlichten Zahlen: An dem Stichtag verzeichnete die IHK Ostwestfalen 5.623 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge — rund 5,9 Prozent weniger als zum Vorjahresstichtag. Damit schneidet die Region immer noch etwas besser ab als der Landestrend, der einen Rückgang von 6,8 Prozent aufweist. In kaufmännischen Berufen wurden in Ostwestfalen bislang 3.297 neue Verträge registriert (Vorjahr: 3.395, -2,9 Prozent), in gewerblich-technischen Berufen 2.326 (Vorjahr: 2.581, -9,9 Prozent). Trotz des Rückgangs zeigen die große Zahl noch unbesetzter Ausbildungsstellen und die jüngste Ausbildungsumfrage der IHKs, an der sich 326 ostwestfälische Unternehmen beteiligt haben: Der Ausbildungsmarkt in der Region bietet jungen Menschen weiterhin sehr gute Chancen.
Denn insgesamt sei für Unternehmen die Ausbildung junger Leute die beste Prophylaxe gegen den Fachkräftemangel. „Unternehmen suchen weiterhin motivierte Auszubildende — auch jetzt noch für dieses Jahr“, ermunterte Pigerl-Radtke alle jungen Menschen, die noch nicht fündig geworden seien. Freie Ausbildungsstellen in der Region finden sich auf dem Onlineportal www.ausbildung.nrw/ostwestfalen.
Kostenlose Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bietet zu-dem das IHK-Projekt „Passgenaue Besetzung“: passgenau@ostwestfalen.ihk.de.