Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 1/2022DruckenZurück
iFUn Nachfolgewerkstatt 2025: Zukunft durch Nachfolgegründung gestalten
Mit rund 130 Teilnehmerinnen und Teil-nehmern war die Nachfolgewerkstatt 2025 ein voller Erfolg. Die Veranstaltung, organisiert vom Institut für Familienunternehmen (iFUn) der Universität Bielefeld in Kooperation mit der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, zeigte eindrucksvoll, wie lebendig, praxisnah und zukunftsorientiert das Thema Nachfolgegründung diskutiert wird.
OFFENE ATMOSPHÄRE
Von Beginn an herrschte eine offene, inspirierende Atmosphäre: Unternehmerinnen und Unternehmer, potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger und Netzwerkpartner kamen in intensiven Austausch. Überall wurde angeregt diskutiert, Erfahrungen geteilt und — ganz im Sinne der Veranstaltung —Telefonnummern und Kontakte ausgetauscht. Besonders das persönliche Netzwerken und die Offenheit der Teilnehmenden wurden vielfach als besondere Stärke der Nachfolgewerkstatt hervorgehoben. Dazu beigetragen haben die Paneldiskussionen, in denen persönliche Erfahrungen in und aus dem Prozess einer Nachfolge mit Tiefe und Herz geschildert wurden.
NACHFOLGE BEDEUTET TRANSFORMATION
In verschiedenen Fachforen wurde das Thema Unternehmensnachfolge als Gründungsweg aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Expertinnen und Experten aus der Praxis und Wissenschaft erläuterten zentrale Fragestellungen rund um den Prozess der Nachfolge — von der Suche nach einem geeigneten Unternehmen über Bewertungs- und Strategiefragen bis hin zu emotionalen und zwischenmenschlichen Aspekten der Übergabe. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Nachfolge weit mehr ist als reine Betriebsübernahme: Sie bedeutet Transformation, Neugestaltung und unternehmerisches Handeln auf Basis eines bestehenden Fundaments.
MIT MUT UND NEUEN IDEEN
Ein besonderer Fokus lag auf dem Konzept der Nachfolgegründung — einem Ansatz, der die Übernahme eines bestehenden Unternehmens mit dem Innovationsgeist einer Gründung verbindet. „Nachfolgegründung ist der perfekte Start in die Selbstständigkeit: Man übernimmt ein funktionierendes Geschäftsmodell und kann — und muss — es gleichzeitig wie ein Gründer oder eine Gründerin transformieren und weiterentwickeln“, betonte Alina Schauf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am iFUn. Prof. Dr. Christina Hoon, Inhaberin des Lehrstuhls für Management von Familienunternehmen und Leiterin des iFUn, ergänzte: „Die Nachfolgewerkstatt zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie groß das Potenzial der Nachfolgegründung ist. Es geht nicht nur um den Fortbestand von Unternehmen, sondern um die Weiterentwicklung des Unternehmertums selbst. Wenn Nachfolgerinnen und Nachfolger mit Mut, neuen Ideen und Verantwortung in bestehende Strukturen einsteigen, entstehen Innovation und Zukunftssicherung zugleich.“
ZUGANG ZU KAPITAL LÖSBAR
Ein zentrales Thema, das auf großes Interesse stieß, war die Finanzierung der Unternehmensnachfolge. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Banken standen den Teilnehmenden Rede und Antwort. Sie erläuterten Finanzierungskonzepte, Förderprogramme und individuelle Wege zur Kapitalbeschaffung für Nachfolgegründungen. So wurde deutlich, dass der Zugang zu Kapital zwar eine Herausforderung, mit den richtigen Partnern jedoch gut lösbar ist — insbesondere, wenn die Nachfolge als innovativer Gründungsprozess verstanden wird.
LANGFRISTIGE PARNTERSCHAFTEN
Gemeinsam mit der IHK, der HWK und den beteiligten Banken versteht sich das iFUn als Ökosystem für Nachfolge und Nachfolgegründung. Ziel dieser engen Kooperation ist es, das FamilienunternehmerInnenland OWL langfristig zu stärken, Nachfolgeprozesse zu erleichtern und den Unternehmergeist in der Region zu fördern. Die Nachfolgewerkstatt ist dabei ein zentraler Baustein dieses Netzwerks, das Forschung, Praxis, Beratung und Finanzierung eng miteinander verbindet.
Das iFUn wird die Nachfolgewerkstatt nicht als Event an sich stehen lassen, sondern gezielt weiterführen. Im Anschluss werden individuelle Angebote und Vertiefungsmöglichkeiten für die Teilnehmenden bereitgestellt. Ziel ist es, konkrete Nachfolgeprozesse anzustoßen und langfristige Partnerschaften im Ökosystem zu fördern.