Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 1/2022DruckenZurück


Unternehmen + Märkte

GRAFIK DES MONATS

Lifestyle-Teilzeit war ein Begriff, der vor allem zu Jahresbeginn in politischen Debatten hochkochte. Gemeint ist damit die Entscheidung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, aus Gründen der individuellen Lebensgestaltung — wie Work-Life-Balance — freiwillig in Teilzeit zu arbeiten. Der Wunsch von Vollzeitbeschäftigten nach „Lifestyle-Teilzeit“ ist aber nach einer Befragung des IAB (Institut für Arbeits- und Berufsforschung) eher ein Randphänomen.

Laut aktueller Umfrage sind bundesweit 21,5 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit und möchten diese um mindestens vier Stunden pro Woche reduzieren. Nur 3,2 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland wünschen sich einen Wechsel in Teilzeit allein deswegen, weil sie mehr Zeit für sich und ihre Hobbys haben wollen („Lifestyle-Teilzeit“). Die Gründe für die Reduzierung der Arbeitszeit sind vielschichtig. Genannt werden beispielsweise Sorgeverpflichtungen, Weiterbildungen, gesundheitliche Gründe, Aufbau einer Selbstständigkeit. Auf OWL heruntergebrochen würden sich nach den Umfragewerten rund 18.900 der 618.811 Vollzeitbeschäftigten eine Reduzierung der Arbeitszeit aus „Lifestyle“-Gründen wünschen.

Zwischen 2023 und 2025 haben 6,9 Prozent der Teilzeitbeschäftigten (17.918) ihre Arbeitszeit auf Vollzeit erhöht. Dem stehen 3,9 Prozent der Vollzeitbeschäftigten gegenüber, die ihre Arbeitszeit reduziert haben (24.251). Der Saldo steht zwar damit zu Ungunsten der Vollzeitbeschäftigung. Angesichts von rund 887.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt in der Region bleibt das Thema aber ein Randphänomen.