Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 1/2022DruckenZurück


Unternehmen + Märkte

Personalien

 Dr. Stefan Breit, Geschäftsführer Technik der Miele Gruppe aus Gütersloh, scheidet nach 20 Jahren im Unternehmen und elf Jahren in der Geschäftsführung im Sommer 2027 mit Vollendung seines 60. Lebensjahres aus dem Unternehmen aus. Breit startete 2007 bei Miele, zunächst in verschiedenen Stationen als Werk- und Produktspartenleiter. Seit 2016 ist er Mitglied der Geschäftsleitung. Seine Arbeit habe wesentlich dazu beigetragen, Miele als Innovationsführer im Bereich Hausgerätetechnik zu positionieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens voranzubringen. Bis zu seinem Ausscheiden verantwortet Stefan Breit die technologische Weiterentwicklung des Unternehmens gemeinsam mit dem Managementteam unverändert in vollem Umfang. Sämtliche laufenden und geplanten Vorhaben, einschließlich der Produkt- und Innovationsroadmap, würden fortgeführt. Die Miele Gruppe wird von einer gleichberechtigten sechsköpfigen Geschäftsleitung geführt, mit Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann als Vertreter der Eigentümerfamilien und Geschäftsführende Gesellschafter. Neben Stefan Breit sind dies Stefan Koss, Finance & Administration, Dr. Axel Kniehl, Marketing & Sales, und Rebecca Steinhage, Human Resources & Corporate Affairs. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Miele mit Hauptsitz in Gütersloh mit rund 23.000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 5,16 Milliarden Euro. Das globale Netzwerk umfasst 19 Produktionsstandorte sowie 49 Service- und Vertriebsgesellschaften (Stand: März 2026).

 Die Universität Paderborn wird Gründungsmitglied der Forschungseinheit „ELLIS Unit NRW“.  ELLIS steht für „European Laboratory for Learning and Intelligent Systems“ und ist ein europäisches Exzellenznetzwerk, das führende KI-Forschende zusammenbringt und Europas internationale Wettbewerbsfähigkeit in der KI-Forschung stärken soll. Das Netzwerk ist in Einheiten organisiert.  Die ELLIS Unit NRW, deren Co-Direktor Prof. Dr. Axel-Cyrille Ngonga Ngomo von der Universität Paderborn ist, ist die erste und bisher einzige Unit, die die Forschungsstärke eines gesamten Bundeslandes bündelt. Ziel der Einheiten ist es, lokale Zentren wissenschaftlicher Exzellenz zu schaffen, in denen Forschende interdisziplinär zusammenarbeiten und langfristige Forschungsagenden entwickeln. Die Einheit Nordrhein-Westfalen konzentriert sich auf die Grundlagenforschung im Bereich des maschinellen Lernens (ML). Der Schwerpunkt liegt auf offenen, generalistischen Basismodellen. Diese gelten als grundlegende Artefakte des maschinellen Lernens mit einer breiten Übertragbarkeit auf verschiedene Anwendungsbereiche. Weil sie vollständig offen und reproduzierbar sind, seien sie besonders vertrauenswürdig. „Unser Schwerpunkt liegt in der Erforschung und Entwicklung von erklärbaren KI-Grundmodellen, deren Ergebnisse von Menschen und KI-Agenten nachvollzogen und überprüft werden können. Damit tragen wir zur Umsetzung von vertrauenswürdigen KIs bei“, erklärt Prof. Ngonga vom Heinz Nixdorf Institut sowie vom Institut für Informatik der Universität Paderborn.

Zum wiederholten Mal wurde die Bielefelder Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft HLB Dr. Stückmann und Partner mbB im „JUVE Handbuch Steuern“ ausgezeichnet. Jährlich analysiere Juve den gesamtdeutschen Steuermarkt in verschiedenen Kategorien. Die Bielefelder Kanzlei, die Mitglied des internationalen HLB-Netzwerks ist, gehört damit nach eigenen Angaben deutschlandweit zu den führenden Unternehmen der Branche. Zu den besonderen Expertisen zählen die Bereiche HR-Steuern und Verrechnungspreise. Sie erhielt vier von fünf möglichen Sternen. „Der ostwestfälische Mittelstand vertraut regelmäßig auf das Know-how der Beratungsgesellschaft“, heißt es in der Bewertung. Dazu verfüge die MDP-Einheit, die multidisziplinäre Partnerschaft aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, über Mandate im gesamten Bundesgebiet. Dietmar Engel, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei HLB Stückmann: „Mit der erneuten Auszeichnung bestätigt Juve wieder die hohe Beratungsqualität, für die HLB Stückmann und das gesamte HLB-Netzwerk bundesweit und international stehen. Für uns ist dies eine Bestätigung unserer Expertise und des Einsatzes für unsere Mandanten.“ Das Team von Juve Steuermarkt habe auf Basis von Recherchen bei den Kanzleien und ihren Mandanten die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Steuerberatungsgesellschaften in sechs Regionen und zehn Fachgebieten analysiert und bewertet. „Die Steuerwelt steht nicht still“, heißt es, „Steuerberatung ist längst mehr als Paragrafenreiterei, sie ist integraler Bestandteil unternehmerischer Zukunftsplanung. Neue steuerliche Anforderungen, weitere digitale Meldepflichten oder der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz verändert die Arbeit von Steuerexperten.“ Routineaufgaben würden zunehmend automatisiert, zugleich wachse der Anteil der Beratung. „Steuerberater werden zu strategischen Partnern ihrer Mandanten.“ Vor diesem Hintergrund sei es umso bemerkenswerter, dass gleich neun Kanzleien des HLB- Netzwerks als beste Kanzlei oder mit ihren führenden Fachberatern auf speziellen Themengebieten von Juve ausgezeichnet wurden. Engel: „Die neue Bewertung ist für uns Motivation, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und unsere Leistungen stetig weiter zu verbessern, um unseren Mandanten innovative und maßgeschneiderte Beratung auf höchstem Niveau zu bieten.“ HLB Stückmann ist die nach eigenen Angaben führende selbstständige Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Ostwestfalen- Lippe, die sich in der Beratungs- und Prüfungstätigkeit insbesondere auf mittlere und große Unternehmen des Mittelstandes konzentriert. Seit 1994 ist das Unternehmen Mitglied bei HLB, dem internationalen Netzwerk unabhängig tätiger Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Bei HLB Stückmann kümmern sich 24 Partner und mehr als 180 Mitarbeitende in Bielefeld um die Belange der Mandanten. HLB ist ein globales Netzwerk aus unabhängigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in 157 Ländern mit mehr als 46.000 Mitarbeitern. In Deutschland beraten 24 Mitgliedsfirmen mit 270 Partnern und über 2.600 Mitarbeitern Entscheider und Unternehmen aller Unternehmensgrößen und -branchen. Mit einem Umsatz von 338 Millionen Euro im Jahr 2024 steht HLB auf Platz 2 der in Deutschland tätigen Netzwerke.

Neuzugang bei „Die Höhle der Löwen“: Andreas W. Herb, CEO des Markeninkubators MBG International Premium Brands GmbH aus Paderborn und bekannter Business-Influencer, mischt ab der zwanzigsten Staffel der Gründer-Show „Höhle der Löwen“ das Rudel auf. Herb: „Mich interessieren vor allem starke Geschäftsmodelle, innovative Ideen, kreative Köpfe, es müssen nicht immer Getränke sein — ganz im Gegenteil“, kündigt der Unternehmer an und betont weiter: „Unternehmertum bedeutet für mich, Chancen dort zu erkennen, wo andere noch keine sehen“. Mut und Begeisterung für Innovationen teilt Herb sowohl mit den anderen Löwen als auch mit Start-ups: 2002 drang er mit Energy-Drink „effect“ in einen von internationalen Firmen beherrschten Markt ein. Antizyklisch entschied er sich für einen heimischen Powerbooster — er wollte den globalen Platzhirschen Ostwestfälische Paroli bieten.

Über 20 Jahre später macht MBG rund 250 Millionen Euro Umsatz und Herb lenkt die Unternehmensgruppe weiterhin vom Stammsitz Paderborn aus. Beharrlichkeit, Souveränität, Courage und Offenheit für Neues betrachtet der MBG-Gründer und erfahrene Gastronom als unbedingt notwendig, um sich auf lange Sicht im Business zu behaupten. Das verlangt er auch von den Bewerbern der Pitch-Show und fühlt ihnen mit ungeschönter Ruhrpott-Schnauze auf den Zahn. Der gelernte Bankkaufmann und glühende Verfechter des „Work Life Blendings“ etablierte Marken wie „SALITOS“, „effect® Energy Drink“, „SCAVI & RAY“ oder „9 MILE Vodka“. Dazu verkauft er Uhren, Taschen und Accessoires über seinen eigenen Online-Shop — der „HERB WORLD“. Neben seiner operativen Rolle als CEO gilt er in der Wirtschaftswelt als Paradebeispiel für Markenaufbau über digitale Kanäle; allein auf Instagram folgen ihm rund 300.000 Menschen. „Ich liebe Menschen, die den Mut haben, groß zu denken und einfach anzufangen. Bei ‚Die Höhle der Löwen‘ suche ich keine perfekten Gründer, sondern Persönlichkeiten mit Leidenschaft, Ausdauer und einer Idee, die das Potenzial hat, etwas zu verändern. Wenn dieses Feuer da ist, kann daraus etwas richtig Großes entstehen.“ Aktuell bestätigt der Unternehmer den Abschluss seines bislang größten Deals bei „Die Höhle der Löwen“. Mit den beiden IRISgo®-Gründern Fabian Christmann und Manuel Laurice Borer will Herb das Unternehmen, das hochwertige Thermobecher mit patentiertem Irisverschluss produziert, zunächst in der DACH-Region und anschließend international aufbauen.

Dafür investiert der Paderborner 500.000 Euro. „Ich freue mich über diesen Deal ganz besonders, weil sich mein Eindruck aus der Höhle in den Gesprächen danach nicht nur bestätigt, sondern noch verstärkt hat“, sagt Herb. „Bei IRISgo® kommen für mich drei Dinge zusammen: ein außergewöhnliches Produkt, eine starke und patentierte Idee und zwei Gründer, die echte Macher sind.“

Bei der WasserServiceKommunal (WSK), Paderborn, einem Gemeinschaftsunternehmen von Westfalen Weser Netz GmbH und Gelsenwasser AG, steigt Dr. Manuel Krauß zum 1. Oktober in die Geschäftsführung des Unternehmens ein. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und das entgegengebrachte Vertrauen von Gelsenwasser und Westfalen Weser. Wasserservice Kommunal leistet mit seinen Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für die kommunale Daseinsvorsorge. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden sowie unseren kommunalen Partnern möchte ich auf diesem starken Fundament aufbauen und das Unternehmen zukunftsorientiert weiterentwickeln“, sagt Krauß. Die WSK bietet Dienstleistungen rund um die kommunale Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung an. Seit über 20 Jahren ist Krauß in der Siedlungswasserwirtschaft national und international tätig. Aktuell leitet der Umweltingenieur den Bereich Ressourceneffizienz und Internationale Zusammenarbeit am Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen e. V. Darüber hinaus engagiert sich Krauß in der DWA und bei German Water Partnership (GWP) und ist Mitglied im Beirat des Instituts für Wasserforschung (IWR) an der Rhodes-Universität in Südafrika. Die Geschäftsleitung der WSK übernimmt Krauß zunächst gemeinsam mit Rainer Roggatz. Perspektivisch soll Krauß als einziger Geschäftsführer fungieren, die bisherigen Geschäftsführer kehren in die Unternehmen zurück, aus denen sie zur WSK entsandt wurden. Andreas Stumpf hat bereits zum 1. September neue Aufgaben bei der Energieservice Westfalen Weser übernommen. 

Dr. Christine Tölle hat ihr Amt als Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn mbH (WFG) und der TPG TechnologieParkPaderborn GmbH angetreten. Der Rat der Stadt Paderborn hatte ihre Bestellung bereits im Mai auf Empfehlung des WFG-Aufsichtsrates bestätigt. Sie übernimmt die Geschäftsführung von Jürgen Janke, der die WFG und die TPG seit März 2026 kommissarisch geführt hat. Janke kehrt künftig wieder auf seine vorherige Position mit den Schwerpunkten Digitalisierung, Innovationen und E-Sport zurück. „Ich komme aus der Wirtschaft und kenne viele der Fragen, die Unternehmen beschäftigen. Hier treffe ich auf ein Team, das den Wirtschaftsstandort seit Jahren aus einer ganz anderen Blickrichtung kennt. Diese Kombination ist eine große Chance, und ich freue mich darauf, ab sofort in die Arbeit einzusteigen und den Wirtschaftsstandort gemeinsam positiv weiterzuentwickeln“, so Tölle.

Die WFG ist als städtische Tochtergesellschaft die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen in Paderborn. Sie vernetzt Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft und begleitet Gründungen, Ansiedlungen und bestehende Betriebe in allen Entwicklungsphasen.