Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 1/2022DruckenZurück
Künstliche Intelligenz wird derzeit oft wie ein Technologieprojekt behandelt. Das ist verständlich — und trotzdem zu kurz gedacht. Denn die eigentliche Veränderung findet in der Arbeit statt.
Aufgaben verschieben sich, Routinen werden automatisierbar und Wissen muss anders verfügbar sein. Gleichzeitig verändert die demografische Entwicklung die personellen Voraussetzungen vieler Unternehmen. Erfahrene Mitarbeiter scheiden aus, Nachwuchs ist nicht überall leicht zu gewinnen und wertvolles Erfahrungswissen droht verloren zu gehen.
Gerade im Mittelstand wird deshalb eine Frage zentral: Wie organisieren wir Arbeit so, dass weniger verfügbare personelle Ressourcen, vorhandenes Wissen und neue technologische Möglichkeiten sinnvoll zusammenspielen?
KI kann dabei entlasten, Wissen besser nutzbar machen und Aufgaben neu verteilen. Aber sie löst diese Herausforderung nicht von allein. Dafür braucht es klare Prozesse, neue Rollen und Mitarbeiter, die verstehen, wie sich ihre Arbeit verändert und wie sie die neuen Möglichkeiten sinnvoll nutzen können.
Befähigung heißt deshalb nicht, möglichst viele KI-Schulungen anzubieten. Es heißt, Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, Arbeit weiterzuentwickeln, Ergebnisse kritisch einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen und das in einem dynamischen Umfeld.
Motivation entsteht dort, wo Menschen verstehen, was sich verändert — und erleben, dass sie diese Veränderung mitgestalten können und müssen.
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