Page 6 - Ostwestfälische Wirtschaft Dezember 2025
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4 Im Porträt
Die
Nostalgische
Mitten in Enger erfüllte sich für Arzu
Ipek ein Traum: Seit dem Frühjahr führt
die 42-Jährige das Spielzeuggeschäft
„Memories“ am Kirchplatz. Ihre frü-
here Chefin in der Kita Taka-Tuka-Land
brachte sie auf die Idee, ihre Liebe zu
Spielwaren und Kindern zu verbinden.
Heute steht die Mutter zweier Töchter
Foto: Jörg Deibert/IHK Ostwestfalen
hinter der Theke, berät Familien und Kin-
der, füllt Geburtstags- wie Taufkisten,
Adventskalender und Weihnachtskörbe.
Ein Herz für Kinder Arzu Ipek präsentiert ein für ihr Geschäft „Memories“ typisches Holzspielzeug
sowie ein Kinderbuch.
man glaubt ihr sofort. Seit dem 2. Besonderes möglich sein könnte.
Die gelernte Architektin erweitert April ist „Memories“ ihr Geschäft — „Schon beim ersten Besuch habe ich
das Sortiment stetig: zuletzt um Schul- ein kleiner, feiner Ort, an dem Nostalgie gemerkt, wie viel Liebe in diesem Laden
bedarf, Holzspielzeug und Produkte und Neuanfang aufeinandertreffen. steckt“, sagt sie. „Das ist kein Geschäft,
regionaler Hersteller. Unterstützung das einfach nur Dinge verkauft — hier
bei der Gründung erhielt sie von der Dabei war die Selbstständigkeit für werden Erinnerungen geschaffen.“
Wirtschaftsförderung und ihrer Vor- Arzu Ipek ursprünglich kein Plan,
gängerin. Trotz anfänglicher Heraus- sondern ein unerwarteter Zufall. Bis VOM ARCHITEKTURBÜRO
forderungen bleibt Ipek optimistisch: Anfang dieses Jahres arbeitete sie als INS KINDERPARADIES
„,Memories‘ soll ein Ort sein, an dem Büroassistentin in der Kindertages- Dass sie einmal zwischen Puppen,
Kinder staunen, Erwachsene schwelgen stätte Taka-Tuka-Land in Hidden- Puzzles und Pokémon-Figuren stehen
und neue Erinnerungen entstehen — hausen. Dort kannte man sie als würde, hätte Ipek vor ein paar Jahren
nicht nur zu Weihnachten, sondern zuverlässige Kollegin mit großem Herz selbst nicht geglaubt. Nach ihrem
auch online, denn ein eigener Webshop für Kinder und einer stillen Leiden- Studium arbeitete die gebürtige
ist bereits in Planung.“ schaft für schönes Spielzeug. „Meine Bünderin zunächst als Ingenieurin im
Chefin erzählte mir im Februar, dass die Bereich Architektur — ein Beruf, den sie
NOSTALGIE UND NEUANFANG Inhaberin von ‚Memories‘ eine Nach- mit Leidenschaft erlernt hatte, den sie
Wenn man Arzu Ipek in ihrem folgerin sucht“, erinnert sich Ipek. „Und aber aus familiären Gründen früh auf-
Laden am Kirchplatz 11 besucht, sie meinte, ich hätte das Potenzial, gab. „Mit zwei kleinen Kindern war der
riecht es ein wenig nach Holz, nach mich selbstständig zu machen.“ Job als Architektin schwer vereinbar“,
Papier und nach Kindheit. Zwischen erzählt sie. „Deshalb bin ich damals in
bunten Tonie-Figuren, liebe- Diese Bemerkung ließ sie nicht mehr die Kita gewechselt.“
voll drapierten Kuscheltieren und los. Wenige Tage später stand sie in
handgefertigten Holzfahrzeugen dem kleinen Spielwarengeschäft im Heute schmunzelt sie darüber, dass
steht die Einzelhändlerin hinter Herzen von Enger, lernte die damalige gerade dieser Umweg sie zur Unter-
dem Tresen und lächelt. „Hier ent- Besitzerin Sabine Jahnke-Wippermann nehmerin gemacht hat. Denn die
stehen Erinnerungen“, sagt sie, und kennen — und spürte, dass hier etwas Arbeit mit Kindern weckte wieder jene

