Page 41 - Ostwestfälische Wirtschaft Dezember 2025
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Weiterbildung und jedes zweite auf IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra
Beteiligung der Mitarbeitenden bei Pigerl-Radtke betont: „Die Befragung
der Entwicklung von Anpassungs- unterstreicht, wie verantwortungsvoll
maßnahmen. Die strategischen Priori- und vorausschauend viele Betriebe in
täten spiegeln diesen Kurs wider: 72 Ostwestfalen mit den aktuellen Heraus-
Prozent priorisieren den qualitativen forderungen und der angespannten
Belegschaftsumbau, 62 Prozent konjunkturellen Lage umgehen. Sie
fokussieren sich auf die Entwicklung setzen in großer Mehrheit auf Quali-
von Zukunftskompetenzen, während fizierung und Beteiligung statt auf
nur etwa jede fünfte Firma Personal- kurzfristige Kürzungen beim Personal —
abbau als erste Priorität nennt. das ist ein starkes Signal für die Zukunft
unserer Wirtschaftsregion. Umso mehr
NEUE JOBFAMILIEN sind jetzt wirtschaftspolitische Weichen-
Auch bei der Entwicklung des Foto: HSBI stellungen dringend erforderlich, um
Personalbestands zeigt sich ein diese Anstrengungen zu unterstützen
zukunftsgerichtetes Bild. In Ost- Studienleiter und HR-Experte Prof. Dr. Sascha und die Wettbewerbsfähigkeit der
westfalen erwarten 37 Prozent der Armutat. Region nachhaltig zu sichern.“
Unternehmen in den kommenden ihr Geschäftsmodell digitalisiert,
sieben Jahren einen Personalaufbau, 71 Prozent setzen auf flexible
während ein Viertel eine Reduktion Organisationsstrukturen. Gleichzeitig
plant. Für Deutschland insgesamt offenbart die Befragung Optimierungs- Die Studie ist
liegen die Werte bei 33 Prozent Auf- potenziale — insbesondere bei der abrufbar unter
bau und ebenfalls rund 25 Prozent Unternehmenskultur, die nur knapp
Reduktion. Mit Personalaufbau im zwei Drittel als wandlungsfähig
Ausland plant jeder fünfte Betrieb, einschätzen.
während 59 Prozent mit Konstanz
rechnen. Qualitativ verändert sich die HR ALS SCHALTSTELLE
Belegschaft demnach ebenfalls deut- FÜR TRANSFORMATION
lich: Fast vier von fünf Unternehmen „Zukunftsorientierte Unternehmen
erwarten einen höheren Anteil quali- setzen Veränderungen konsequent
fizierter Stellen und prognostizieren um — von strategischer Personal-
ein steigendes Anforderungsniveau. planung über digitale HR-Prozesse bis
40 Prozent rechnen mit neuen Job- hin zu moderner Führungskultur mit Hallenbau I Bürogebäude
familien, die klassische Rollen flachen Hierarchien und delegativer Bauen im Bestand I Neubau
ablösen. Besonders gefragt sind Verantwortung. Damit unterscheiden
Kompetenzen wie Selbstorganisation, sie sich deutlich von weniger zukunfts-
strategisches Denken, Lernfähig- orientierten Unternehmen, die sich noch Hier gibt’s
keit sowie der Umgang mit KI und in der Diskussion befinden oder auf noch mehr
komplexen Daten. Auch Projekt- kurzfristige Maßnahmen setzen“, erklärt zu sehen!
management zählt für drei Viertel der Prof. Dr. Sascha Armutat, Studien-
Betriebe zu den zentralen Zukunfts- leiter und HR-Experte. „Die Ergebnisse
fähigkeiten. Diese Kompetenzen sind zeigen, dass viele Unternehmen in der
entscheidend für die Bewältigung Region ihre Personalpolitik nicht als
zukünftiger Aufgaben und spiegeln Reaktion auf äußere Einflüsse verstehen,
den strategischen Anspruch vieler sondern als strategisches Instrument
Unternehmen wider. zur Zukunftsgestaltung“, so Armutat:
Die Mehrheit der Unternehmen „Personalmanagement wird zur Schalt-
sieht sich für die Zukunft gut stelle für Transformation — es stabilisiert
gerüstet: Drei Viertel verfügen nach in der Krise und treibt zugleich die
eigenen Angaben über eine klare Entwicklung neuer Kompetenzen und
Vision, fast ebenso viele haben Strukturen voran.“ Wülferheide 10
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