Page 36 - Ostwestfälische Wirtschaft Dezember 2025
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34 Politik und Standort
Gefragt sind schnelle Impulse
Politik trifft Wirtschaft: IHK Ostwestfalen diskutiert mit Parteispitzen über Zukunft der Region
Beim parteiübergreifenden IHK-Politik-
gespräch haben sich führende Vertreterin-
nen und Vertreter der regionalen Politik
und der ostwestfälischen Wirtschaft aus-
getauscht. Ziel war, zentrale Herausforde-
rungen und Chancen für den Standort zu
beleuchten und konkrete Lösungsansätze
zu diskutieren.
Zu den politischen Gästen zählten
CDU-Bundestagsabgeordneter und Foto: Tilo Sommer/IHK Ostwestfalen
Bezirksvorsitzender Ralph Brinkhaus,
Landtagsabgeordnete Julia Eisentraut,
Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Bezirksvor-
sitzender Veith Lemmen sowie Jan Maik Diskutierten beim IHK-Politikgespräch über politische Herausforderungen und die Zukunft der ostwest-
Schlifter, FDP-Kreisvorsitzender in Biele- fälischen Wirtschaft: IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke, SPD-Bezirksvorsitzender Veith
feld. Geleitet wurde der Dialog von IHK- Lemmen, Grüne-Landtagsabgeordnete Julia Eisentraut, IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker, Jan Maik
Schlifter, FDP-Kreisvorsitzender Bielefeld, und CDU-Bezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter
Präsident Jörn Wahl-Schwentker. „Gerade Ralph Brinkhaus (von rechts).
in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten
wie diesen ist der direkte Austausch zwi- sichern und Innovationen fördern", Veith Lemmen, SPD-Bezirksvorsitzender
schen Wirtschaft und Politik essenziell. Nur erklärt IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra und zugleich Bürgermeister von Werther,
gemeinsam können wir die Weichen für Pigerl-Radtke. sagt: „Gemeinsam haben Politik, Wirt-
eine zukunftsfähige Entwicklung unserer Die politischen Gäste skizzierten ihre Per- schaft und Zivilgesellschaft die wichtige
Region stellen“, betont der IHK-Präsident: spektiven auf die Herausforderungen und Aufgabe für eine planbare und gute
„Was jetzt hilft, sind echte wirtschaftspoliti- bekräftigten den Bedarf an wirksamen Zukunft zu sorgen. Die vielen Unterneh-
sche Weichenstellungen und entschlossene Maßnahmen. Der CDU-Bundestagsabge- men in unserer Region leisten dafür einen
Strukturreformen. Wir brauchen schnelle ordnete Ralph Brinkhaus sagt: „Die neue unschätzbaren Beitrag. Damit dies weiter
Impulse: niedrigere Energiekosten, konse- Bundesregierung hat mit der Gründung des gelingt braucht es verlässliche Rahmenbe-
quenten Bürokratieabbau, beschleunigte Ministeriums für Digitales und Staatsmo- dingungen und eine stabile Infrastruktur.
Genehmigungsverfahren und verlässliche dernisierung den richtigen Impuls gesetzt Es braucht Wachstumsimpulse und Inves-
Investitionsanreize. Nur so gewinnen — nun geht es um spürbare Verbesserungen titionsanreize, wie die des Bundes, die
Unternehmen wieder Spielraum für Inves- für die Menschen und Unternehmen vor verstärkt über die Kommunen in die Wirt-
titionen, Innovationen und Beschäftigung.“ Ort. Weniger Bürokratie, schnelleres Ver- schaft gegeben werden sollten. Zudem
Im Mittelpunkt der Diskussion standen waltungshandeln, digitalere Prozesse und muss deutlich weniger Zeit und Kraft in
die wirtschaftliche Lage in Ostwestfalen, mehr Verlässlichkeit. Die ostwestfälische bürokratische Verfahren gesteckt werden.“
Infrastruktur und Flächenpolitik, die Wirtschaft ist stark, man muss sie nur Der Bielefelder FDP-Kreisverbands-
Energiewende, Bürokratieabbau sowie machen lassen.“ vorsitzende Jan Maik Schlifter erklärt:
gemeinsame Zukunftsprojekte. Die IHK Die Grüne-Landtagsabgeordnete Julia „Deutschland und OWL befinden sich
präsentierte hierzu aktuelle Daten und Eisentraut konstatiert: „Die Zahlen machen in der schwersten Wirtschaftskrise seit
Einschätzungen aus ihrer Herbstkon- deutlich, wie sehr jetzt politischer Mut der Nachkriegszeit. Ohne Strukturrefor-
junkturumfrage und forderte konkrete gefordert ist: Weniger Bürokratie, mehr men werden die schuldenfinanzierten
politische Maßnahmen zur Stärkung des Tempo bei Genehmigungen und gezielte Sondervermögen nur ein Strohfeuer
Standorts. „Unsere Unternehmen brauchen Investitionen in klimafreundliche Techno- bewirken. OWL sollte den Ehrgeiz haben,
verlässliche Rahmenbedingungen, weniger logien, erneuerbare Energien und digitale Vorbild zu sein für Privat vor Staat, denn
Bürokratie und eine leistungsfähige Infra- Infrastruktur. Das ist der Weg, den wir in nur so wird Bürokratieabbau nachhaltig
struktur. Nur so können wir Arbeitsplätze NRW eingeschlagen haben.“ funktionieren.“

