Page 50 - Ostwestfälische Wirtschaft Mai 2024
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48 Politik und Standort
Vertrauen und Investieren – der Industriestandort
NRW vor der Transformation
Parlamentarischer Nachmittag von IHK NRW in Berlin
gesetz, wies Stoffels auf die Wichtigkeit
einer Einigung hin: „Für die NRW-Wirt-
schaft würde eine Einigung im Bundesrat
einen Anfang und wichtigen Schritt für die
Unternehmen darstellen und im Hinblick
auf die Wettbewerbsfähigkeit am Standort
einige Anreize bieten und Entlastungen
bringen“, so der IHK NRW Präsident.
Aus unternehmerischer Sicht wurde
deutlich, dass es einer schnellen Umset-
zung von Lösungen bedarf, bekräftigte
auch Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäfts-
führer von IHK NRW. „Die Unternehmen
am Standort in NRW benötigen nicht nur
Foto: Michael Setzpfandt belastbare Aussagen, sondern auch Si-
cherheiten, damit sie planen und inves-
tieren können. Nicht nur im Hinblick auf
den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und
Transformation. Mit Veränderungen kön-
hat sich in der Vergangenheit immer wie-
Trafen sich beim „Parlamentarischen Nachmittag“, veranstaltet von IHK NRW in Berlin NRW-Mi- nen unsere Unternehmen umgehen. Das
nisterpräsident Hendrik Wüst und IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. der gezeigt. Doch müssen sie wissen, auf
welcher Grundlage sie planen können.
sem Grund die aktuellen Probleme aus Zur Bewältigung der Herausforderungen
Unsicherheiten bei der Energieversor- NRW-Sicht mit Vertretern NRWs im Deut- brauchen wir Entschlossenheit und ein
gung, keine Planbarkeit für Investitionen schen Bundestag und Unternehmern dis- gemeinsames Ziel von Gesellschaft, Poli-
und fehlendes Vertrauen in die Politik kutiert — unter anderem mit Bundesminis- tik und Wirtschaft. Nur mit realistischen
sind derzeit die drängendsten Probleme ter Dr. Robert Habeck, Ministerpräsident Zielen können die Unternehmen planen
am Industrie- und Wirtschaftsstandort Hendrik Wüst, Wirtschaftsministerin und wieder Vertrauen fassen. Daher ist
NRW. Hinzu kommen hohe Kosten — bei- Mona Neubaur und dem stellvertretenden es umso wichtiger, zukünftige Strategien
spielsweise bei der Energie, eine maro- Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestags- realistisch zu planen, transparent zu
de Infrastruktur und eine schwindende fraktion, Jens Spahn. kommunizieren und gemeinsam mit den
Wettbewerbsfähigkeit, so dass Firmen IHK NRW Präsident Ralf Stoffels betonte Unternehmen umzusetzen. Der gemein-
ihre Produktionen ins Ausland verlagern. in seiner Begrüßungsrede und in der an- same Austausch hat gezeigt, dass wir auf
Wie können die Unternehmen also wie- schließenden Panel Diskussion die Un- einem guten Weg sind, es Lösungsansät-
der investieren und das Vertrauen in die sicherheiten, wie es mit dem Industrie- ze gibt, die nun schnellstmöglich und un-
Politik zurückerlangen? standort weitergeht: „In NRW warten wir bürokratisch umgesetzt werden müssen“.
Die derzeitige wirtschaftliche Situation er- auf die Infrastrukturen und die Rahmen- IHK NRW ist der Zusammenschluss
fordert ein gemeinsames Handeln in Bund bedingungen, um unsere Unternehmen der Industrie- und Handelskammern in
und Land sowie der EU und einen Dialog zu transformieren. Viele Lösungen sind Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt
über Parteigrenzen hinweg. in Vorbereitung.“ Jetzt müsse die Umset- die Gesamtheit der IHKs in NRW gegen-
Mit dem „Parlamentarischen Nachmit- zung in den Fokus gestellt werden. über der Landesregierung, dem Landtag
tag“ von IHK NRW, in der Vertretung des Am Vorabend zur Abstimmung im Bun- sowie den für die IHK-Arbeit wichtigen
Landes NRW in Berlin, wurden aus die- desrat über das Wachstumschancen- Behörden und Organisationen.

