Page 35 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
P. 35

IHK Konjunkturbericht 2.2024_00.qxp_Layout 1  17.09.24  10:36  Seite 3

 2 / 2024 // HANDEL & DIENSTLEISTUNG  IHK Konjunkturbericht 2.2024_00.qxp_Layout 1  17.09.24  10:36  Seite 4  33
         2 / 2024 // INDUSTRIE



 Noch kein Licht    Schnelle Erholung in der Industrie nicht in Sicht
 GESCHÄFTSLAGE UND ERWARTUNGEN   ERWARTETE GESCHÄFTSLAGE NACH
 am Ende des Tunnels   IM HANDEL, HERBST 2024  HANDELSBRANCHEN, HERBST 2024  DIE UMSÄTZE DER ostwestfälischen Indus -  Auch die Umsatzerwartungen in der Indus-  Das schon länger währende eher schwache
         trie sind im ersten Halbjahr gegenüber dem   trie. passen sich den allgemeinen Geschäfts-   Investitionsklima zeigt deutlich, dass die Politik
 DER HANDEL VERHARRT aktuell auf ei-  100   11  8  10  100   11  10  9  Vorjahreszeitraum um 12,6 Prozent gesunken.   erwartungen an. Mehr Betriebe erwarten sin-  über eine bessere Angebotspolitik Impulse
 nem deutlich niedrigen Niveau. Die mäßigen       20  14     12  22  Dieser deutliche Umsatzrückgang spiegelt    kende statt steigende Umsätze. Wenn, dann   setzen sollte. Anreize für mehr Arbeit und mehr
 Erwartungen der Konjunkturumfrage aus   sich in den Bewertungen zur gegenwärtigen   sind Impulse aber eher aus dem Ausland zu    Investitionen sind aus unserer Sicht wichtige
 dem Frühjahr haben sich bewahrheitet. Er-  75   48  75   Geschäftslage der Industrie wider. So liegt die   erwarten. Bei den Inlandsumsätzen ist der   Stellschrauben, um wieder mehr Wachstum zu
 hoffte Impulse, die zu verbesserten wirt-     55     55  56  53  61  Zahl derjenigen, die ihre aktuelle Geschäfts-  Saldo negativ. Im Ausland erwartet ein knap-  generieren.
 schaftspolitischen Rahmenbedingungen   50   49  55  69  50   51  lage mit „gut“ bewerten, weiterhin niedrig    pes Drittel der Betriebe steigende Umsätze,        Aktuelle Top-Risken in der Industrie sind die
 führen könnten, sind ausgeblieben. Knapp   (14 Prozent). Die „schlecht“-Bewertungen ha -  ein gutes Viertel aber auch sinkende. Zum Ver-  Inlandsnachfrage, die wirtschaftspolitischen
 60 Prozent der Händler sehen in der Ent -     Erwartete Geschäftslage  Erwartete Beschäftigte     Handelsvermittlung  ben allerdings nochmal deutlich zugelegt,    gleich: Im Herbst 2021 erwarteten noch mehr   Rahmenbedingungen und die Arbeitskosten.
 wicklung der Inlandsnachfrage unverändert   Erwartete Umsätze   Erwartete Erträge   auf aktuell 48 Prozent. Der Saldo aus „gut“-   als 70 Prozent der Betriebe steigende Aus-  Der zu befürchtende Beschäftigungsabbau
 25   Geschäftslage   25   Handel gesamt
 neben den Rahmenbedingungen das größ-   44  Großhandel   Einzelhandel   37  Kfz-Handel   und „schlecht“-Bewertungen ist in der ost-  landsumsätze.   wirkt sich auch auf die Risikoeinschätzungen
    31  34  31     34  32  30  27
 te Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung.   21  westfälischen Industrie noch weiter in den         Auch bei der Beschäftigung und den Inves -  der Unternehmen aus. Der Personalmangel
 Aktuell beurteilen 20 Prozent der Händler   0 %  0 %  negativen Bereich gerutscht. Die Erwartungen   titionen zeichnet sich keine schnelle Trend-  als Risiko für die weitere wirtschaftliche Ent-
 die Geschäftslage als gut, 31 Prozent aber   für die Geschäftslage haben sich auf einem   wende ab. Nur zehn Prozent der Firmen gehen   wicklung bleibt in der Industrie aktuell eher
 als schlecht. Der Saldo aus den Gut-Schlecht-  π gut / besser /zunehmen π befriedigend / gleich      π besser   π gleich bleibend     schwachen Niveau etwas stabilisiert. Der    in den kommenden 12 Monaten von einer   nachrangig.
 Meldungen bleibt damit negativ. Die ne-    bleibend   π schlecht /schlechter /abnehmen  π schlechter       Anteil der Optimisten, die wieder eine Besse-   steigenden Beschäftigtenzahl aus. 41 Pro-
 gative Geschäftslage schlägt sich auch auf    rung in den nächsten 12 Monaten erwarten,    zent der Betriebe planen dagegen eher einen
 die aktuelle Ertragslage nieder: 52 Prozent   ist gegenüber dem Frühjahr zwar gesunken,   Beschäftigungsabbau. Lediglich 17 Prozent    ERWARTETE    23  30
 der Betriebe berichten von einer schlech-   und „Investitionen“. So planen 15 Prozent   sind im Saldo (– 14) deutlich negativ. 16    von 21 auf 17 Prozent – eine (weitere) Ver-  wollen in den kommenden Monaten mehr    UMSÄTZE WERDEN ...
 teren Ertragslage, nur 16 Prozent von einer   der Händler für die kommenden 12 Monate   Prozent der Unternehmen erwarten eine Ver-  schlechterung der Lage erwarten allerdings   im Inland investieren. Dem stehen 28 Prozent    44  43
 Verbesserung. Auch für die kommenden    ihre Investitionen zu steigern, 39 Prozent   besserung der Ertragslage, 30 Prozent eine   auch weniger Betriebe als im Frühjahr, näm-   gegenüber, die im laufenden Jahr ihre Inves-   π steigen
 12 Monate bleiben die Erwartungen negativ.   wollen diese aber zurückfahren.    Verschlechterung. Neben den wirts chafts-   lich 24 nach zuvor 35 Prozent. Unter dem   titionen senken wollen. Hierzu passt, dass   π gleich bleiben      33  27
 Nur 12 Prozent erwarten eine bessere, 34       poli tischen Rahmenbedingungen (49 Prozent)   Strich bleibt damit hinsichtlich der Geschäfts-  „Kapazitätserweiterungen“ (15 Prozent) wei-  π fallen
 Prozent dagegen eine Verschlechterung    BEI DEN DIENSTLEISTERN hat sich die   und dem Fachkräftemangel (47 Prozent), sind   erwartungen ebenfalls ein negativer Saldo.   terhin als Investitionsmotiv nur eine unter-   Inland  %    Ausland %
 der Geschäftslage. Die Umsätze und Er träge   aktuelle Geschäftslage gegenüber der Früh-  die Entwicklung der Arbeitskosten und die   Eine schnelle nachhaltige Erholung ist nicht    ge ordnete Rolle spielen. Hier dominiert die
 stehen weiterhin unter Druck: 44 Prozent   jahrsumfrage kaum verändert. 28 Prozent   Entwicklung der Inlandsnachfrage (jeweils 46   zu erwarten.    „Ersatzbeschaffung“ (85 Prozent).
 erwarten fallende, nur 8 Prozent steigende   der Unternehmen beurteilen die aktuelle   Prozent) die größten Risiken der wirtschaft-   ERWARTETE ZAHL    10
 Erträge.    Ge schäftslage als gut, 22 Prozent als   lichen Entwicklung. Die Dienstleisterbran-  DER BESCHÄFTIGTEN
    schlecht. Der Saldo aus Besser-Schlechter-  chen zeichnen sich durch ihre Heterogenität   WIRD ...  41
 Ein Blick in die einzelnen Handelsstufen   Meldungen beträgt + 6, im Frühjahr lag er   aus. Dementsprechend sind auch die Erwar-             AKTUELLE GESCHÄFTSLAGE: Saldo aus „gut /besser“ und „schlecht /schlechter“   %
 zeigt ein einheitlich trübes Bild. Alle melden   bei +7. Auch die aktuellen Umsätze und   tungen in den einzelnen Teilbranchen deut-             ERWARTETE GESCHÄFTSLAGE: Saldo aus „gut /besser“ und „schlecht /schlechter“        π zunehmen      49
 eine im Saldo negative aktuelle und eine   Erträge sind aktuell im Saldo negativ, es    lich unterschiedlich. Beispielsweise gehen    80   π gleich bleiben
 negative erwartete Geschäftslage. Auch der   gibt mehr Unternehmen, die eher von einer   die IT-Dienstleister und die Unternehmens-   π sinken
 von der Industrie abhängige Großhandel   Verschlechterung als von einer Verbesse-   berater von einer deutlich besseren Geschäfts-  60
 leidet unter der aktuell mäßigen Konjunk-  rung der Werte sprechen. Die Erwartungen   lage in den kommenden Monaten aus. Die   40
 tur. Bei den wirtschaftspolitischen Rah-   an die kommenden 12 Monate bleiben    Beschäfti gungserwartung ist über alle Branchen   20   ERWARTETE HÖHE
 menbedingungen nennen die Unternehmen   weiterhin eingetrübt. 19 Prozent erwarten   hinweg im Saldo leicht positiv (+ 2). In ein-   0 %   DER INLANDSINVESTI-  17
 vielfach die Begriffe „Bürokratie“, „Energie-   eine bessere, 24 Prozent eine schlechtere   zelnen Branchen ist aber von einem höheren   TIONEN WIRD ...  28
 politik“, „Arbeitskosten“, „Steuerpolitik“    Geschäftslage. Die Ertragserwartungen    Personalabbau auszugehen.    a  –20   %
      –40                                               F = Frühjahr   •  S = Sommer  •  H = Herbst  π steigen
      –60                                                                        π gleich bleiben
 GESCHÄFTSLAGE UND ERWARTUNGEN   ERWARTETE GESCHÄFTSLAGE NACH          F14    H14    F15    H15    F16    H16    F17    H17    F18    H18    F19    H19    F20    S20    H20    F21    H21    F22    H22    F23    H23    F24    H24  π sinken  55
 DER DIENSTLEISTER, HERBST 2024  DIENSTLEISTUNGSBRANCHEN, HERBST 2024

 100   100   5  RISIKEN FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IN DER INDUSTRIE       π FRÜHJAHR 2024      π  HERBST 2024
 8  8  11
 19  16  16  19  19  14
    21     23  22  23  100
 28  27
       90
 75   75      82,9 81,2
       80
       64  50           73,2
 64  37                    68,9
 54  72  70
 57  57  60  61
 50   56  70  50   100
 50  54  58  59  60                  52,7      52,4              55,2
       50             Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen    44,0  48,5
 Geschäftslage   Erwartete Erträge   41  Kreditgewerbe   Güterkraftverkehr    Reisegewerbe    Gastgewerbe    39  30   26,9
 25   Erwartete Geschäftslage  Erwartete Umsätze   Erwartete Beschäftigte  25  Dienstleistungen gesamt   Versicherungsgewerbe   IT-Dienstleistungen   Immobilienwirtschaft   Unternehmensberater   Arbeitnehmerüberlassung   Gesundheitswesen   40   35,6 37,6  35,1  30,0  35,7

    22  24  23  30     24  21  19  25  Werbung   28  19  17  18  31  20  20   Auslandsnachfrage   gestörte Lieferketten   19,8

 0 %  14  0 %  Inlandsnachfrage   Arbeitskosten      Personalmangel   Energiepreise   Rohstoffpreise   Finanzierung   15,5  9,5  Wechselkurs
       10
 π gut/ besser/zunehmen  π befriedigend/ gleich       π besser   π gleich bleibend   π schlechter      0 %  1,0  1,8
  bleibend   π schlecht/schlechter /abnehmen
   30   31   32   33   34   35   36   37   38   39   40