Page 36 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
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34   Politik und Standort






        „Wichtig ist, dass Europa mit einer Stimme spricht“



        Außenwirtschaftsforum der IHK Ostwestfalen blickt auf USA vor der Wahl
























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        Blickten auf die transatlantischen Beziehungen: IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker, Armin Laschet, Dr. Reinhard Zinkann, IHK-Hauptgeschäftsfüh-
        rerin Petra Pigerl-Radtke und Götz Dörmann, IHK-Geschäftsführer International (von links).


                                            Doch auch dieses starke, transatlanti-  und zum Protektionismus bestehe weiter-
        Kamala Harris  oder  Donald  Trump,     sche Bündnis verlässlicher Wirtschafts-  hin. Für die deutsche und ostwestfälische
        Demokraten oder Republikaner — die   partner ist nicht gefeit vor international   Wirtschaft berge das Risiken. Die USA als
        bevorstehende Richtungsentscheidung   wachsendem Protektionismus.“ Mit dem   größte Volkswirtschaft der Welt sind für
        durch  die  Präsidentschaftswahl  in  den   Ausgang  der  US-Präsidentschaftswahl   die Unternehmen in NRW der drittwich-
        USA wird auch in  der ostwestfälischen   am 5. November seien viele Fragen ver-  tigste Export- und Importmarkt. Allein in
        Wirtschaft mit großem Interesse be-  bunden: „Wie wird sich das Ergebnis auf   Ostwestfalen unterhalten rund 600 Unter-
        obachtet. Denn abseits sicherheitspoli-  die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen   nehmen Handelsbeziehungen mit den
        tischer Aspekte sind die Vereinigten   auswirken? Müssen sich unsere Unter-  USA, darunter 150 mit eigenen Niederlas-
        Staaten einer der wichtigsten Außen-  nehmen auf neue Handelshemmnisse   sungen oder Produktionsstätten vor Ort.
        handelspartner. Wie sich die Zukunft der   einstellen?“  Wahl-Schwentker  konsta-  Armin Laschet, früherer NRW-Minister-
        transatlantischen  Beziehung  entwickeln   tiert: „Auch wenn sich die transatlanti-  präsident und aktuell als Bundestagsab-
        kann, haben Experten und Unternehmer   schen Beziehungen in den vergangenen   geordneter auch Mitglied des Auswärti-
        beim 30. Außenwirtschaftsforum der In-  Jahren von der durch Handelskonflikte   gen Ausschusses, bezeichnete in seinem
        dustrie- und Handelskammer Ostwestfa-  geprägten Zeit unter Präsident Trump er-  Vortrag  den  Ausgang  der  Präsident-
        len zu Bielefeld (IHK) beleuchtet.  holt haben, sind diese nie endgültig bei-  schaftswahl in den USA als völlig offen.
        IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker er-  gelegt worden.“ Liberalisierung und Glo-  „Deshalb müssen wir uns in Europa auf
        klärte zum Auftakt der Veranstaltung vor   balisierung des Handels würden in den   beide Szenarien einstellen und auf einen
        rund 150 Zuhörern: „Die USA und Deutsch-  USA inzwischen kritisch gesehen, genau   harten Wettbewerb.“ Die Unterschiede
        land stehen für eine gute, jahrzehnte-  wie die Rolle der Welthandelsorganisa-  zwischen Trump und Harris könnten grö-
        lange, wirtschaftliche und unternehme-  tion WTO. Der Trend zur Rückkehr zuvor   ßer kaum sein, bei der Einstellung zum
        rische Zusammenarbeit auf Augenhöhe.    in andere Länder ausgelagerter Prozesse   Freihandel seien sie sich  relativ nahe.
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