Page 23 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
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Ohne Fläche ist alles nichts“ und
„Wirtschaft braucht Fläche“ – diese Klas-
siker der Wirtschaftsförderung beschrei-
ben treffend die Herausforderung, vor der
Ostwestfalen steht. In den vergange-
nen Jahren konnten viele Unternehmens-
erweiterungen nur noch schwer umgesetzt
werden, Ansiedlungen von außen wurden
zur Seltenheit. Dies liegt nicht etwa an
mangelnder Attraktivität der Region. Im
Gegenteil: Ostwestfalen zählt mit seinen
heimischen, familiengeführten Unterneh-
men zu den stärksten Wirtschaftsstand-
orten der Bundesrepublik. Gerade deshalb
nimmt die Konkurrenz um das knappe Gut
„Fläche“ stetig zu.
Besonders die unterschiedlichen Nutzungsar-
ten konkurrieren um die Flächen: Viele ehemals
gewerblich oder industriell nutzbare Flächen in
den Innenstädten werden für Wohnungen oder
Parks genutzt. Obwohl eigentlich im Sinne einer
„Stadt der kurzen Wege“ eine Funktionsdurch-
mischung erstrebenswert ist, werden besonders
Wohnen und Arbeiten immer stärker räumlich
voneinander getrennt. Das liegt vor allem an
den Regelungen zum Schutz des Wohnens; bei-
spielhaft kann hier die Technische Anleitung
zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) genannt wer-
den. Neue Flächen an den Stadträndern wieder-
um lassen sich aus Naturschutzgründen oft nur
schwer entwickeln.
In Bielefeld, einem der wirtschaftlichen Zentren
der Region, gab es in den vergangenen Jahren
kaum noch verfügbare Gewerbe- oder Industrie-
flächen. Nach Berichten der Verwaltung an den
Stadtrat gehen die nutzbaren Flächenreserven
Foto: Anna/stock.adobe.com (generiert mit KI) für Unternehmen gegen null. Dies hat nicht nur
Auswirkungen auf die Unternehmen selbst, son-
dern auch auf die städtebauliche Entwicklung.
Ohne freie Flächen für innerörtliche Verlage-
rungen halten viele Betriebe an ihren bestehen-
den Standorten fest — unabhängig davon, ob
diese noch zum Unternehmensziel passen. Das
verhindert nicht nur geplante Erweiterungen,
sondern erschwert auch notwendig gewordene
Modernisierungen oder Neuausrichtungen.

