Page 27 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
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        Zuzug neuer Unternehmen in die Region. Die   kommunalen  Planungshoheit die  Bauleitpla-
        eingeräumten Flächenkontingente werden nun,   nung gut gestaltet sein. Sie verschafft Klarheit
        nach Wirksamwerden des Regionalplanes, durch   über die Möglichkeiten der Flächennutzung und
        die Gebietskörperschaften (Kreise, Städte und   sorgt für Transparenz über kommunale Gestal-
        Gemeinden) sukzessive planerisch konkret um-  tungsansätze. Zweitens stellen die Kommunen
        gesetzt, etwa durch Änderungen oder Neuaufstel-  den ansässigen sowie ansiedlungsinteressierten
        lung des Flächennutzungsplanes.            Unternehmen eine hochwertige Infrastruktur                      Foto: GfW Höxter/Irina Jansen
        Im Zuge der Recherchen hat die Redaktion der   im Bereich der Erschließung, der Ver- und Ent-
        „Ostwestfälischen Wirtschaft“ die Wirtschafts-  sorgung sowie der digitalen Infrastrukturen zur
        förderer  in der Region gefragt, was Städte und   Verfügung. Dieser Infrastrukturausbau muss
             Gemeinden nun tun müssen, um den Un-  immer in einem dialogorientierten Prozess   Michael Stolte
                    ternehmen Flächen anbieten zu   zwischen Kommunen und Unternehmen statt-  Geschäftsführer Gesell-
                       können. Geantwortet haben   finden, damit eine Passgenauigkeit entsteht.   schaft für Wirtschafts-
                                                                                              förderung im Kreis Höxter
                         nur die Wirtschaftsförderer   Drittens ist dann die klare und transparente   mbH
                           aus Gütersloh und Höxter.     Ansiedlungs strategie der Kommune auf den vor-
                            Nikola Weber von der   handenen Flächen zukünftig ganz entscheidend.
                             pro   Wirtschaft  GT  Flächensparende und nachhaltige Vorhaben mit
                              sagt: „Die Kommu-    hohen  Arbeitsplatzpotenzialen  werden  einen
                               nen stehen jetzt    deutlichen Vorzug haben. Dies gilt es ebenfalls
                                vor der schwieri-  im Dialog miteinander zu entwickeln und auszu-
                                gen Aufgabe, die   gestalten.“
                                zugesprochenen     Die Digitalisierung erfordert zusätzliche Flächen
                                Flächen  potenziale   für moderne Fabrikformen, Lager und Logistik.
                                zu realisieren. Die   Daher ist es wichtig, dass Unternehmen über
                                Ausgangslage  ist  ausreichend  Flächen  für  ihre  Expansion  verfü-
                                dazu  denkbar  un-  gen. Gleichzeitig spielt die Breitbandinfrastruk-
                               günstig: Nach wie vor   tur eine zentrale Rolle, da leistungsfähige Inter-
                              ist Flächenerwerb mit   netverbindungen für Unternehmen essenziell
                            hohen Kosten verbun-   sind, um im digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig
         Grafik: Francesco Scatena/stock.adobe.com den Kommunen hohe Belas-  Ein weiteres Anliegen ist der Erhalt der Kultur-
                           den, gleichzeitig stehen
                                                   zu bleiben.

                                                   landschaften und Freiräume in OWL. Diese wei-
                     tungen ins Haus mit entsprechen-
                  der Auswirkung auf die Haushalte.“
                                                   chen Standortfaktoren tragen zur Attraktivität der
                                                   Region bei. Eine nachhaltige Nutzung der Flächen,
               Die Wirtschaftsförderin formuliert ihren
             Anspruch wie folgt: „Als pro Wirtschaft GT
                                                   Anforderungen  gerecht  wird,  wird  angestrebt.  In
          erwarten wir deshalb, dass die Städte und Ge-  die sowohl wirtschaftlichen als auch ökologischen
        meinden im Kreis Gütersloh schrittweise dort   seiner Dreifachfunktion als Regionalplan, Land-
        Flächen in den Zugriff nehmen, wo insbesonde-  schafts- und Forstlicher Rahmenplan stellt er eine
        re Erweiterungen von Bestandsgewerbegebieten   ausgewogene Entwicklung zwischen wirtschaft-
        möglich sind. Ein besonderer Fokus liegt dabei   licher Nutzung und dem Schutz der Natur sicher
        auf  interkommunalen  Industrie-  und  Gewerbe-  (siehe auch Meinung auf Seite 26).
        gebieten. Gleichzeitig sind die notwenden Aus-
        gleichsflächen zu sichern. Für die Kommunen ist   LÖSUNGANSÄTZE FÜR DEN FLÄCHENMANGEL
        dies  eine  Mammutaufgabe,  die  nicht  kurzfristig,   Flächenentwicklung ist Chefsache. Bisher wird
        sondern über den Zeitraum der nächsten 15 Jahre   das in den Kommunen sehr unterschiedlich ge-
        schrittweise umzusetzen sein wird.“        handhabt, was sich oft im Ergebnis niederschlägt.
        Aus Sicht von Michael Stolte, Geschäftsführer   Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen
        Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis   ein Ohr an den ansässigen Unternehmen haben
        Höxter mbH, sind drei Dinge zu berücksichti-  und sich gleichermaßen im Bereich der städte-
        gen. Er meint: „Erstens muss im Rahmen der     baulichen Entwicklung engagieren.
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