Page 28 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
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26 Titel | Regionalplanung
Einen Lösungsansatz, um dem Mangel an Gewerbe- von Planungsverfahren und Verwaltungsaufwand
und Industrieflächen zu begegnen, bieten ver- sowie die Nutzung gegenseitiger Synergien. Das
stärkt interkommunale Kooperationen. Solche Land Nordrhein-Westfalen fördert die interkommu-
Kooperationen können dazu beitragen, Ressour- nale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Gewerbe-
cen effizienter zu nutzen und die Lasten der Flä- und Industrieansiedlungen. Ostwestfalen hat diese
chenentwicklung gerechter zu verteilen. Beispiels- Möglichkeiten genutzt und entwickelt derzeit
weise können Städte und Gemeinden in einer zum Beispiel folgende Gewerbestandorte: das
Region gemeinsame Gewerbegebiete entwickeln, interkommunale Gewerbegebiet OWL: Biele-
die allen beteiligten Kommunen zugutekommen. feld/Herford/Bad Salzuflen, Aurea: Herze brock-
Diese Form der Zusammenarbeit hat sich in vie- Clarholz/Oelde/Rheda-Wiedenbrück, das inter-
len Regionen als effektiv erwiesen, insbesondere kommunale Gewerbegebiet IBV Borgholzhausen/
in Ostwestfalen, wo interkommunale Gewerbe- Versmold, IKO Oberbehme: Hiddenhausen/
gebiete bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Kirchlengern, Ravenna-Park: Halle/Borgholz-
Viele Städte und Gemeinden haben erkannt, dass hausen/Versmold sowie das interkommunale
durch interkommunale Zusammenarbeit die Ent- Gewerbegebiet „Am Wiehen“ Hüllhorst/Löhne.
wicklung von Gewerbeflächen erfolgreich umge-
setzt werden kann. Vorteile: die Nutzung verkehrs- REGIOPOLREGIONEN STÄRKEN
günstig gelegener Standorte, die Entwicklung ZUSAMMENARBEIT
großer zusammenhängender Gewerbegebiete, Interkommunale Kooperationen eignen sich auch
die Cluster-Bildung von Branchen, die Aufteilung und gerade für Regiopolregionen. Eine Regiopol-
MEINUNG
FLÄCHENENTWICKLUNG IM FOKUS
IT.NRW beträgt der Anteil der Gewerbe- Umso erfreulicher ist es, dass der neue
und Industrieflächen an der Gesamtfläche Regionalplan OWL den Städten und Ge-
Ostwestfalens lediglich 2,2 Prozent, ver- meinden nun eine gewisse Flexibilität in
glichen mit einem Anteil von drei Prozent der Flächenentwicklung ermöglicht.
Foto: IHK Ostwestfalen /Tilo Sommer sich auch in der Tatsache, dass es in Ost- am Zug, den Plan mit Leben zu füllen. In
Jetzt sind die Kommunen in Ostwestfalen
in ganz NRW. Diese Zurückhaltung zeigt
westfalen kaum brachliegende Flächen
den Jahren nach 2017 haben die Städte,
Gemeinden und Kreise mit Bedarfsprog-
gibt, die für eine gewerbliche Nutzung ak-
nosen eine wichtige Basis geschaffen. Doch
tiviert werden könnten.
2017 hat sich die Region auf den Weg
durch die multiplen Krisen der vergange-
gungen erheblich verändert. Deshalb ist
erarbeiten. Die Industrie- und Handels-
Petra Pigerl-Radtke gemacht, einen neuen Regionalplan zu nen Jahre haben sich die Rahmenbedin-
IHK-Hauptgeschäftsführerin kammern Ostwestfalen und Lippe sowie es notwendig, dass die Kommunen neue
die Handwerkskammer OWL haben von Strategien und Ziele entwickeln, um eine
Anfang an mit dem Gutachten „Flächen nachhaltige Entwicklung von Wirtschafts-
Ostwestfalen ist eine bedeutende Wirt- für die Zukunft“ einen wichtigen Impuls flächen zu gewährleisten. Die IHK Ostwest-
schafts- und Industrieregion, geprägt in die Diskussion eingebracht. Schon falen steht den Städten und Gemeinden da-
durch eine beeindruckende Vielfalt mit- damals war der Mangel an Wirtschafts- bei als verlässlicher Partner zur Seite und
telständischer Unternehmen. Dabei zeich- flächen in der Region akut. Zahlreiche setzt sich gemeinsam mit ihnen für ein er-
net sich die Region durch einen besonders Unternehmen mussten und müssen ihre weitertes Angebot an Gewerbe- und insbe-
sparsamen Umgang mit Wirtschaftsflä- Expansionspläne aufgrund der Flächen- sondere hochwertigen Industrieflächen für
chen aus. Laut den jüngsten Angaben von knappheit zurückstellen. die heimischen Unternehmen ein.

