Page 43 - Ostwestfälische Wirtschaft Oktober 2024
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        Trendumkehr



        IHK-Gründungsreport 2024: Ein Drittel mehr Haupterwerbsgründungen





        In Ostwestfalen wird wieder mehr gegrün-
        det: Zu diesem Fazit kommt der „Gründungs-
        report  2024“  der  Industrie-  und  Handels-
        kammer Ostwestfalen zu Bielefeld, der jetzt
        in der IHK in Bielefeld vorgestellt wurde.

        GRÜNDUNGSAKTIVITÄT BEI  JUNGEN
        MENSCHEN GESTIEGEN
        Nachdem der bundesweit rückläufige
        Gründungstrend zuvor auch Ostwestfa-
        len erreichte, ist die Zahl der Gründungen                                                                 Foto: IHK Ostwestfalen/Oliver Horst
        2023 gegenüber dem Vorjahr um insge-
        samt 10,2 Prozent gestiegen. So starteten
        10.915 Personen in die Selbstständigkeit,
        2022 waren es 9.903. Die Haupterwerbs-  Informieren über das Gründungsgeschehen in Ostwestfalen IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra
        gründungen legten zum Vorjahr um 30,3   Pigerl-Radtke, „Fräulein Wunderblume“-Gründerin Daniela Walter und Kathrin Teschke, IHK-Referen-
        Prozent zu, während die Gründungen im   tin für Existenzgründung (von links).
        Nebenerwerb um 13,4 Prozent sanken.
        Besonders  ausgeprägt  war  im  zurückle-  in Vollzeit als Karriereoption an Relevanz   GRÜNDUNGSPODCAST STELLT
        genden Jahr die Gründungsaktivität jun-  gewonnen zu haben“, ergänzt Pigerl-Radtke.   GRÜNDERINNEN UND GRÜNDER VOR
        ger Menschen unter 30 Jahren und von   Dies decke sich mit den Bewerbungen für   Der mit dem Report  neu  gestartete  IHK-
        Frauen zwischen 20 und 39 Jahren. „Der   das Gründungsstipendium NRW zur För-  Gründungspodcast bietet Einblicke und
        Positiv trend bei den Haupterwerbsgrün-  derung innovativer Geschäftsideen. Auch   soll Gründungsinteressierte inspirieren
        dungen bei einem gleichzeitigen Rück-  beim regionalen Gründungsnetzwerk der   und motivieren. In einer Podcastfolge be-
        gang der Nebenerwerbsgründungen hat   IHK Ostwestfalen dominieren insbeson-  richtet auch Daniela Walter, Inhaberin von
        sich 2023 fortgesetzt“, betont IHK-Haupt-  dere junge Gründungsteams.   „Fräulein  Wunderblume“,  von  ihren Er-
        geschäftsführerin  Petra  Pigerl-Radtke.   Eine  zweite Gruppe, die beim  Vergleich   fahrungen. „Nach Corona und der eigenen
        „Wer in Zeiten eines weitgehend robusten   mit dem Vorjahr auffällt, sind Frauen zwi-  Elternzeit habe ich mein Geschäftsmodell
        und durch den Fachkräftemangel gepräg-  schen 30 und 39 Jahren. „Sie haben nicht   kontinuierlich weiterentwickelt und an
        ten  Arbeitsmarktes  gründet,  gründet  aus   nur die Anzahl der Haupterwerbsgrün-  die  Kundenbedarfe angepasst“, sagt  die
        Überzeugung.  Dies deutet auf eine ent-  dungen um 49,9 Prozent gesteigert, son-  36-Jährige. Als Blumenladen ohne klassi-
        sprechende Qualität der Gründungen hin.“  dern sind auch die einzige Gruppe, die bei   sches Ladenlokal erreiche sie ihre Kunden
                                            den Gründungen im Nebenerwerb mit plus     via Lieferservice und Abholstation in Biele-
        BEWERBUNGEN FÜR DAS                 7,5  Prozent deutlich  zulegt haben. Bei   feld und Herford oder dekoriere direkt vor
        GRÜNDUNGS STIPENDIUM NRW            allen anderen Altersklassen und Ge-  Ort mit einem besonderen Vermerk auf re-
        Insbesondere junge Frauen und Männer   schlechtern ist entsprechend des Ge-  gionale und saisonale Fair-Trade-Ware.
        unter 30 Jahren stechen bei der Auswertung   samttrends ein Rückgang der Neben-  2023 hat die IHK unter anderem in rund
        der Gewerbeanmeldungen hervor. Gegen-  erwerbsgründungen zu verzeichnen“,   800  persönlichen  Beratungsgesprächen
        über dem Vorjahr stiegen in dieser Gruppe   erläutert Kathrin Teschke, IHK-Referen-  Gründerinnen und Gründer unterstützt.
        der Gründenden die Haupterwerbsgrün-  tin für Existenzgründung. Trotz dieser   Die „Ostwestfälische Wirtschaft“ stellt
        dungen um insgesamt 49,7 Prozent. „Dies   erfreulichen Entwicklung sei der Anteil   in einer Serie mutige Gründerinnen vor
        ist deswegen bemerkenswert, da junge   der Frauen an den gesamten Gründungen   (siehe Porträt auf Seite 4).
        Menschen  in  der  Phase  von  Ausbildung,   nach wie vor ausbaufähig. „Nur rund jede
        Studium oder Berufsstart jahrelang ver-  dritte Gründung geht in Ostwestfalen auf
        mehrt im Nebenerwerb gegründet haben.   eine Frau zurück. Somit bleibt ein großes     Zum IHK-
        Auch hier scheint das eigene Unternehmen   Potential ungenutzt.“             Gründungspodcast 
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